Friedeburg - Das Etappenziel bei der Friedeburger Feuerwehr ist erreicht, wenn auch fast ein Jahr später als es der ursprüngliche Zeitplan vorsah. Corona und Lieferengpässe sorgten für den Verzug. In den vergangenen Tagen haben die Handwerker den Neubau der Fahrzeughalle fertiggestellt, und die Straßenbauer schlossen die Pflasterarbeiten auf dem Gelände am Schützenweg ab.
Platz für neues TLF
„Somit sind die Fahrzeuge aus dem älteren Gebäudeteil auf die neue Fläche umgezogen“, berichtet Björn Rippen von der Gemeindeverwaltung. Die Feuerwehrleute hätten ebenso den neuen rückwärtigen Umkleidebereich für 72 Feuerwehrkräfte beider Geschlechter mit den sanitären Anlagen übernommen, sodass vom neuen Standort aus etwaige Einsätze regulär gefahren werden können.
Im bisherigen Gebäude bleibt eine Fahrzeugbox erhalten, weil insgesamt fünf große Feuerwehrfahrzeuge untergestellt werden müssen. Somit wurde Ende April auch das im Vorjahr gelieferte Tanklöschfahrzeug TLF 3000 von der Industriestraße hierher verlegt. Die frei gewordene Halle und die Nebenräume mit der veralteten Technik werden noch in dieser Woche entkernt, dann kann der geplante Umbau beginnen, wie Björn Rippen informiert. „Das Gros der Aufträge ist bereits vergeben – sogar für den Fahrstuhl.“
Mehrfach nutzbar
In der besagten Halle entsteht nach den Plänen des beauftragten Ingenieurbüros 3ing ein Multifunktionsraum, der sowohl den kommunalen Ratssitzungen als auch Mannschaftsbesprechungen der Feuerwehr dient. Der Bereich erhält tief geschnittene Fenster und eine Klimaanlage. Angegliedert werden Teeküche, Toiletten und Garderobe; dahinter befindet sich das Lager für den Musikzug. Im Obergeschoss sind die Kleiderkammer für die ganze Region sowie Büros für Ortsbrandmeister Marcel Kaul und Gemeindebrandmeister Frank Schlegel eingeplant.
Kaul freut sich, dass die örtliche Feuerwehrleitung stets bei den wöchentlichen Baubesprechungen eingebunden ist, um gegebenenfalls Erfahrungen aus der Praxis einfließen zu lassen. Mit der Gesamtfertigstellung rechnet Kaul Anfang 2024. Die Gesamtkosten werden laut Fachbereichsleiter Nils Janßen auf 2,27 Millionen Euro geschätzt. „Der erste Bauabschnitt konnte im Rahmen der Kostenschätzung realisiert werden.“ Für den zweiten Teil – der Umbau des Altbestandes – sei eine sichere Aussage zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Die neuen Garagen hinter dem Feuerwehrhaus gehören übrigens nicht der Einsatzgruppe. Hier handelt es sich vielmehr um ein Gebäude, das im Zuge des Rathaus-Neubaus errichtet wird und den Dienstfahrzeugen der Verwaltung und der Polizeistation dient. Auf der Baustelle des Verwaltungsgebäudes werden derzeit im Obergeschoss die Mauern gesetzt und der Zwischentrakt zu den historischen Amtshäusern hergestellt. Die Verblendersteine werden parallel gemauert.
