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Nach Badeunfall in den 1960er-Jahren Im Lehrfreibad lernen viele Ardorfer sicheres Schwimmen

Werner Wiggermann
Jens Lehmann (v. l.), Karin Emken MdL, Johannes Schottstädt, Tamara Faß, Anke Dittrich, Marlene Schmidt und Jonah, Tim und Thore bei einem Besuch im Ardorfer Freibad.

Jens Lehmann (v. l.), Karin Emken MdL, Johannes Schottstädt, Tamara Faß, Anke Dittrich, Marlene Schmidt und Jonah, Tim und Thore bei einem Besuch im Ardorfer Freibad.

Werner Wiggermann

Wittmund/Ardorf - Weithin sichtbar zeigt die blau-weiß-rote Fahne, dass das Schwimmbad in Ardorf geöffnet hat. Dass man hier gratis schwimmen kann, wissen die Einheimischen ohnehin. Ein Stück Lebensqualität, das sich nicht jede Gemeinde leisten kann. Möglich gemacht durch eine perfekte Zusammenarbeit zwischen den hauptamtlichen Schwimmmeistern aus Isums, der Stadt Wittmund und vielen beherzt anpackenden Menschen aus dem Ort selbst.

Das Bad mit seinem Förderverein hat schon eine lange Geschichte – verdankt seine Existenz aber einem traurigen Anlass: Ein Junge war Ende der 1960er-Jahre bei einem Badeunfall in einer nahen Kiesgrube ertrunken. Es bildete sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, ein Lehrschwimmbecken zu errichten. So sollten vor allem Kinder eine sichere Bademöglichkeit erhalten und schwimmen lernen.

Sicher Schwimmenlernen

Heute, fast 60 Jahre später, ist dieser Anspruch mindestens so aktuell wie damals. Immer wieder ereignen sich im Sommer Badeunfälle – vor allem, weil die Gefahren in Flüssen und Seen unterschätzt werden und weil immer mehr junge Menschen eben nicht sicher schwimmen gelernt haben. Im kleinen Ardorfer Bad dagegen mit seiner Wasserfläche von 11 mal 17 Meter und Wassertiefen von 0,70 bis 1,40 m erwerben jährlich rund 80 Kinder aus Ardorf und Nachbarorten ihr Seepferdchen und 40 weitere ihr Bronze- und/oder ihr Silberabzeichen. Kooperationspartner ist hier die Schwimmschule Hilko Frerichs. Und auch Erwachsene, nicht nur die Eltern, schätzen zudem das Bad als sportlichen Treffpunkt.

Reichlich Gründe, sich für den Erhalt des Bades einzusetzen. Ohne den langfristig verlässlichen Einsatz des Fördervereins wäre der weitere Betrieb allerdings fraglich. „Unsere Mitglieder arbeiten das Bad zu Saisonbeginn auf, zum Beispiel streichen sie das Becken“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Johannes Schottstädt. „Während der Saison schauen wir nach dem Rechten und am Ende machen wir alles winterfest.“ Dieses „Anpacken“ motiviert immer wieder Menschen aus der Dorfgemeinschaft zur freiwilligen Mitarbeit und Spenden kommen aus der gesamten Region. Eine wichtige Förderung stellt auch die kostenlose Belieferung mit Nahwärmeenergie zum Beheizen des Schwimmbeckens dar. Diese kommt aus der nahe gelegenen Biogasanlage.

Abdeckung defekt

„Ich bin begeistert vom Engagement der Vereinsmitglieder“, sagte jetzt SPD-Landtagsabgeordnete Karin Emken bei einem Besuch in Ardorf, „hier lernen Kinder vor Ort schwimmen und das Bad ist für jeden kostenfrei geöffnet. Das ist nicht selbstverständlich.“ Aktuell haben die Ardorfer jedoch ein noch ungelöstes Problem: Die Poolabdeckung des Beckens ist defekt. Ihre Elemente saugen sich voll Wasser. Energie geht verloren und das Wasser verschmutzt schneller. Die notwendige Reparatur würde wahrscheinlich eine mittlere vierstellige Summe kosten. Geld, das einfach nicht da ist. Karin Emken regte an, über die neu aufgelegte Landesförderung zur energetischen Sanierung im Sportstättenbau Mittel zu beantragen. Die SPD-Ratsmitglieder Tamara Faß und Jens Lehmann griffen den Tipp gern auf und wollen nun die Antragstellung durch die Stadt einleiten.

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