Friedeburg/Abickhafe - Eine in der Dimension nicht ganz alltägliche Mahd war kürzlich am Ems-Jade-Kanal zu beobachten. Der Maschinenpark des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens von Christoph Betten hatte eine Grünlandfläche von 22 Hektar, was etwa 30 Fußballfeldern entspricht, zu mähen, häckseln und abzutransportieren. Damit beenden die großen Maschinen auf den Grünländereien den „ersten Schnitt“.
Es sind Flächen, die zum Hof des Abickhafer Landwirtes Georg von Katte gehören. Er wird in diesem Jahr die am Kanal gelegenen Weideflächen zwei Mal mähen lassen. „Aus Gras wird Gas, mit diesem Ziel vermarkte ich das hier gehäckselte Gras an die Biogasanlage in Upschört“, erläutert er die Produktionskette, die seine Weiden in diesem Jahr durchlaufen werden.
Grüngut zur Energiegewinnung
In manchen Jahren fallen erhebliche Mengen an Grüngut an, die nicht mehr für die Tierhaltung benötigt und keiner Futternutzung zugeführt werden können. Und Dauergrünland darf in der Regel aus umweltökologischen Gründen nicht ohne weiteres in Ackerland umgewandelt werden. So ist die energetische Nutzung von Gras eine Alternative.
Auch wenn Silage-Mais wohl die am besten geeignete Pflanze darstellt, muss das Substrat für Biogasanlagen nicht zwangsweise rein ackerbaulich erzeugt werden. So kann die auf den Grünlandstandorten anfallende Biomasse in Biogasanlagen als gute Substratergänzung bei der Energieerzeugung dienen.
Grassilage und Maissubstrat
Hans-Hermann Ehmen aus Upschört erklärte, dass er in der von ihm betriebenen Biogasanlage gute Erfahrungen mit der Beimengung von Grassilage in das Gärsubstrat gemacht hätte. So ergänzten die in Abickhafe gekauften Grasmengen seine Vorräte sehr passend. Die Mischung mit Maissubstrat würde dann nach Gasqualität und Stromproduktion optimiert.
Auch aus dem Grund, dass künftig wieder mehr Ackerflächen der Nahrungsmittelproduktion dienen müssen, kann die Energiegewinnung von Grünland eine Alternative sein.
