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Projekt Friedeburger Schüler schaffen im Wald Plätze für Tiere

Rainer Köpsell

Friedeburg - Kurz vor den Ferien bekam eine achte Klasse der Schule Altes Amt Friedeburg (SAAF) die Gelegenheit sich einen ganzen Vormittag in der Natur aufzuhalten. Eine Mischung aus Lernen, Spiel und Spaß, verbunden mit etwas körperlicher Arbeit stand auf dem Programm, das Klassenlehrer Nico Scholz vorbereitet hatte. Die SAAF hat schon seit vielen Jahren einen eigenen Schulwald bei Hoheesche. Die dortigen Laubbäume sind 2013 und 2014 von Schülerinnen und Schülern gepflanzt worden und prächtig gediehen. Jetzt bilden sie einen dichten Mischwald aus Eichen, Buchen, Birken und Linden.

Schulwald erweitert

„Es freut mich, dass dieser Wald in Hoheesche so gut gediehen ist. Im Moment ist er fast undurchdringlich und zu dicht und für naturkundlichen Unterricht mit einer ganzen Klasse. So bin ich sehr froh, dass unser Schulwald jetzt Flächenzuwachs in Dose bekommen hat“, so Klassenlehrer Scholz. Er freut sich, dass das Lehrerehepaar Sevgi Yaramis und Christian Großkreuz, die aus dem Ruhrgebiet nach Ostfriesland gezogen sind, ihr Anwesen mit Gebäuden, Wiese und kleinem Wald sehr gern für Umweltbildung zur Verfügung stellen.

„Im hiesigen Wald, der schon etwas älter ist und eine interessante Mischung und Struktur hat, bestehen viel mehr Möglichkeiten die Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, den Schülerinnen und Schülern näherzubringen. So haben wir mit der Stiftung Zukunft Wald, die unseren anderen Schulwald in Hoheesche gefördert hat, die Ergänzung um die Flächen in Dose besprochen. Im Herbst werden wir hier zum Beispiel eine Pflanzaktion durchführen und den Waldrand vielfältiger gestalten. Da werden standortheimische Sträucher gepflanzt werden“, erklärt Lehrer Scholz.

Die Grundstückseigentümer Sevgi Yaramis und Christian Großkreuz freuen sich schon auf die Hilfe von den Jugendlichen im November. Aber auch jetzt war die achte Klasse nicht untätig. Auf der Wiese am Haus wurde ein großer Steinhaufen aufgeschichtet, der künftig ein Unterschlupf für Reptilien sein wird. Besonders Eidechsen lieben Steinhaufen, in denen sie sich verstecken können, die sie aber auch zum Sonnen nutzen.

Platz für Tiere

„Das Aufschichten der Steine war gar nicht leicht, ohne Hilfe der Jugendlichen hätten wir mehrere Tage damit verbracht. Im Wald haben sie uns ebenfalls sehr gut unterstützt“, freut sich Eigentümerin Sevgi Yaramis. Ihr Mann Christian Großkreuz begleitet dann die Schülerinnen und Schüler in den Wald neben dem Haus. Dort haben sie einen Pfad angelegt und in der Mitte einen großen Haufen aus Ästen und Zweigen aufgerichtet. Ein idealer Platz für kleine Säugetiere, hier Unterschlupf zu finden. Einige Vogelarten werden auch durch die Bereicherung des Brutplatzangebotes profitieren.

Aus sicherer Entfernung beobachtete ein Rehbock das bunte Treiben im Wäldchen, das eigentlich sein Territorium ist, wie es an verschiedenen Stellen festzustellen war. Dort hatte der Rehbock mit seinem Gehörn an jungen Sträuchern die Rinde und Zweige verletzt. So markiert er die Reviergrenzen, wie die interessierten Achtklässler erfuhren.

Lagerfeuer

Als Belohnung durfte die achte Klasse zum Abschluss die Vormittagsveranstaltung am Grillfeuer ausklingen lassen. Lehrer Nico Scholz und die Gastgeber freuen sich schon auf die nächsten Aktionen, die im erweiterten Schulwald der SAAF stattfinden werden. Im Rahmen der Initiative „Schulwälder gegen Klimawandel“ unterstützt die Stiftung „Zukunft Wald“ (Landesforsten-Stiftung) Baumpflanzungen. Schülerinnen und Schüler pflanzen so ihren eigenen Wald. Dort können sie forschen, spielen, eigene Aktionen durchführen und weiterhin gegen den Klimawandel Bäume pflanzen. Mittlerweile gibt es über 60 Schulwälder, verteilt über ganz Niedersachsen. Die Stiftung arbeitet derzeit mit mehr als 110 pädagogischen Einrichtungen zusammen. Infos unter:

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