Friedeburg/Wiesede - Kommt es für die Kinder, die die ziemlich oft und schnell befahrene Landesstraße Auricher Weg in Höhe Tichlerweg in Richtung der Wieseder Grundschule überqueren wollen, doch anders als bisher gedacht? Wie kann der Schulweg hier sicherer gemacht werden?
In der Friedeburger Bauausschusssitzung kehrte zu diesem Thema Ernüchterung ein, weil die für diesen Standort favorisierte „Bürgermeisterampel“ merklich teurer werden soll. Der Verwaltungsausschuss hatte vor genau einem Jahr beschlossen, an dieser neuralgischen Stelle eine Fußgänger-Lichtsignalanlage als Dunkelampel zu installieren. Zuvor hatte das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) eine Verkehrszählung vorgenommen und am Ende mitgeteilt, dass das Land die auf 50.000 Euro Gesamtkosten veranschlagte Ampel nicht finanzieren werde. So beauftragte die Gemeinde im März das Planungsbüro Thalen Consult (Neuenburg) mit der Planung dieser Bedarfsampel.
Hoher Aufwand
In diesem Zusammenhang forderte die Landesbehörde breitere Aufstellflächen wie im Vorentwurf skizziert. „Diese wurden auf vier Meter verbreitert und auf der Westseite auf eine Tiefe von drei Meter aufgeweitet“, erläuterte Bauamtsleiter Roland Abels im Ausschuss. Dadurch müsse ein Grabenteil verrohrt und die Maßnahme kompensiert werden. „Für das Aufstellen der Signalmasten, die Flächenbefestigungen und Bodenmaterialen müssen wir ein Baugrundgutachten einholen“, zählte Abels auf. Und da es sich um eine Landesstraße handelt, sei ebenso ein Sicherheitsaudit erforderlich.
Fazit: Das Projekt einer Querungshilfe mittels Dunkelampel wird nun auf 113.000 Euro veranschlagt, was die Thalen-Fachleute ermittelten. Nur diese Summe weicht erheblich von der Kostenschätzung des NLStBV in Höhe von 50.000 Euro ab, die Friedeburg bereits im diesjährigen Haushalt bereitgestellt hatte. Diesen Betrag ist der Gemeinderat aufgrund angespannter Haushaltslage allerdings maximal gewillt, für das Vorhaben bereitzustellen. Laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Hans-Hermann Lohfeld habe man eine derartige Kostensteigerung nicht erwartet.
Auf dem Prüfstand
Daher stellt die Gemeinde das Ansinnen erneut auf den Prüfstand, war aber zurückblickend nicht untätig. Parallel zur Ampelplanung hat die Kommune bereits einen Förderantrag beim Bundesamt für Logistik und Mobilität eingereicht. Auf Basis der Förderinitiative Fußverkehr, die Sicherheit und Attraktivität des Fußverkehrs entscheidend verbessern soll, könnte es einen Zuschuss von 75 Prozent geben. Die generelle Realisierung der Druckampel machte das Gros der Kommunalpolitiker schlussendlich von der Zusage dieses Geldes abhängig. Nur Nicole Henkel (FFG) enthielt sich bei der Abstimmung und forderte, die Ampel trotz hoher Kosten umzusetzen und Schulkindern damit ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten.
Suche nach Alternative
„Und was passiert, wenn die Förderung nicht kommt?“, hinterfragte in der Einwohnerfragestunde der Wieseder Anlieger und Familienvater Dennis Rosenboom in der Sitzung. Bürgermeister Helfried Goetz (parteilos) kündigte darauf an, dass die Verwaltung schon bald parallel Kontakt mit dem Ingenieurbüro Thalen aufnehmen und prüfen werde, ob alternativ eine mittige Verkehrsinsel oder ein Zebrastreifen als Überquerungshilfe infrage kommen könnten. Er, Goetz, zeigte sich verständnislos, warum es zur merklichen Preissteigerung gekommen ist. Der letzte Ampelbau an der Frieslandstraße in Reepsholt hatte lediglich 40.000 Euro gekostet.
