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Flüchtlingshilfe Hier finden Flüchtlinge in Friedeburg Geborgenheit

Rainer Köpsell

Friedeburg - Der letzte Sprachunterricht vor Weihnachten in zwei Räumen der Friedeburger Kirche ist gut besucht, obwohl die momentane Erkältungswelle ihre Auswirkungen zeigt und nicht alle Plätze besetzt sind. „Wir unterstützen mit unserem ehrenamtlichen Angebot Sprachunterrichte, die von offiziellen Trägern angeboten werden. Montags und dienstags am Vormittag, auch mal donnerstags, unterrichten Ulla Luttmann und Onke Melles hier in der Kirche Zum Guten Hirten“, schildert Ruth Thurm den Einsatz der Friedeburger Gruppe „Ich schenke Dir Zeit“.

Geflohene aus der ganzen Welt in Friedeburg

Schon seit langer Zeit engagieren sich die ehrenamtlichen Helfer und unterstützen Menschen, die Hilfe brauchen. In den vergangenen Jahren waren das meist die Geflohenen oder Vertriebenen, die aus Afrika, dem Vorderen Orient und anderen Teilen der Welt, in denen Krieg, Not oder Verfolgung herrscht, in Friedeburg eine Bleibe gefunden haben.

Anfang dieses Jahres kamen dann in recht kurzer Zeit viele Menschen nach Friedeburg, die aus der Ukraine vor dem Krieg flohen. Meist waren es Frauen und Kinder und ältere Menschen. Durch Privatinitiativen und die Unterstützung der politischen Gemeinde konnten sie im Ort und dem näheren Umland untergebracht werden.

„Da wir aus den Vorjahren schon Erfahrung mitbringen, und uns wieder auf die Kirchengemeinde verlassen konnten, die uns mit ihren geheizten Räumen so zuverlässig hilft, war es möglich, am 14. März mit dem Sprachunterricht der Menschen aus der Ukraine zu beginnen und ihn dann regelmäßig anzubieten. Anfangs in getrennten Unterrichten, später wieder zusammen mit unseren anderen Geflüchteten“, beschreibt Thurm.

Das Einleben in den Alltag erleichtern

Neben der reinen Sprachschulung wird den Menschen auch das Einleben in den Alltag erleichtert und ihnen die Kultur des neuen Heimatlandes nahegebracht. Filme, Ausflüge und andere Sozialbetreuung gehören dazu.

Sehr hilfreich sind dabei Bildwörterbücher, die das tägliche Leben mit Routinen wie Einkaufen, Busfahren, Besuche beim Arzt und andere Bereiche thematisieren.

„Dazu verwenden wir für unsere Ukrainer ein illustriertes Buch in russischer Sprache, das es im Handel gibt. Neben Ukrainisch sprechen und verstehen alle auch Russisch. Und ihnen sind die kyrillischen Buchstaben vertraut. So stellen wir dann die Brücke zur deutschen Sprache und dem täglichen Leben her“, erläutert Ulla Luttmann, bevor sie sich wieder mit Kreide versorgt an die Tafel in den Gemeinderaum begibt.

Im großen Kirchenraum hat Onke Melles ein anderes Medium. Er arbeitet gern mit dem sogenannten White Bord und nutzt, wie seine Schülerinnen und Schüler auch, die zusätzlichen Möglichkeiten, die elektronische Medien bieten.

Ungar bedankt sich mit einer heißen Suppe

Kürzlich hatten die Räumlichkeiten der Kirche „Zum Guten Hirten“ noch ein weit größeres Publikum. Denn der Nikolaus hatte sich im Endelweg durch Plakate angemeldet und zu einem Fest eingeladen. Alle, besonders die Kinder, freuten sich, dass der große Mann im roten Mantel sogar Ukrainisch sprach und für alle Familien nette Kärtchen dabeihatte. Mit denen durften dann in einem Nebenraum schöne und nützlich Dinge ausgesucht und in großen Taschen mit nach Hause genommen werden.

Und es gab eine leckere Suppe, die der Koch Zoltan Gulyas zubereitet hatte. Er war früher mal aus Ungarn nach Friedeburg gekommen und von der Gruppe „Ich schenke Dir Zeit“ eine Weile unterstützt worden. Mit seiner Kochkunst zum Nikolausfest nutzte er nun die Möglichkeit, sich bei den engagierten Friedeburgern in dieser vorweihnachtlichen Runde dafür zu bedanken.

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