Friedeburg - Nach 25 Jahren endete eine Ära in der Geschichte des Heimatvereins Friedeburg. Heidrun Hilbert stellte sich nicht nur nicht mehr zur Wahl als Vorsitzende des Vereines, sondern sie wird nach 25 Jahren Tätigkeit für den Heimatverein Friedeburg den Rücken kehren und ihr neues Heim in Rheinland Pfalz beziehen. „Ich möchte in die Nähe meiner Tochter ziehen“, begründet sie den Abschied aus Friedeburg, wo sie über 53 Jahre wohnte.
Verein orientiert sich neu
Für den Heimatverein bedeutete dies eine Neuorientierung. Heidrun Hilbert hat in den letzten 25 Jahren nicht nur an der Spitze des Vereines gestanden und damit unzählige Stunden für ihr Hobby und die Ziele des Heimatvereines verbracht, sondern den Nachweis der heimatkundlichen Geschichte in Friedeburg wesentlich mitgestaltet. Aus einem Hobby wurde bei Heidrun Hilbert eine Berufung, die ihr Leben wesentlich beeinflusst hat.
In einem kurzen Rückblick denkt die Rentnerin an die Zeit ihres Wirkens zurück. Der Heimatverein, früher Heimat- und Verkehrsverein, ist mit einem Raum in der früheren Schule von Friedeburg gestartet. „Mit Übernahme des Vorsitzes des Vereines bot sich die Möglichkeit zur Übernahme der Scheune im Gulf-Haus, dem heutigen Bürger- und Gästehaus an der Friedeburger Hauptstraße“, erinnert sie sich an den Start des Museums. „Die Themen für unser Heimatmuseum, hier in Friedeburg, wurden die früheren Grenzbefestigungen und die Geschichte des Friesischen Heerweges“, schildert sie bescheiden den Start vor 25 Jahren.
„Ohne das Engagement von Heidrun, hätten die Räume nicht 25 Jahre mit Leben gefüllt werden können“, so ihr ehemaliger langjähriger Schriftführer im Verein, Burkhard Schäfer. Seine Erinnerungen sind es dann auch, die Hilbert aus ihrer Bescheidenheit heraustreibt und in die Vereinsgeschichte eines viertel Jahrhunderts eintauchen lässt. So waren es insbesondere die Sonderausstellungen, die Besucher in die Räume des Friedeburger Museums brachten. Ihren privaten Verbindungen und ihre Überzeugungskraft für das Museum machten es möglich, kleine Kostbarkeiten zu großen Themenausstellungen zusammenzuführen. Ob es dabei um Poesiealben, Spieluhren, Nussknacker, Räuchermännchen oder auch Matruschka-Sammlungen handelte. Sie brachte alles in der ehemaligen Scheune des Gulf-Hauses, die das Museum in Friedeburg ihren besonderen Charakter verleiht, auf eine für den Betrachter eigene Art zur Geltung.
„Mit Ausstellungen alleine können wir ein Museum aber nicht mit Leben füllen“, war Heidrun Hilbert und ihrem Team klar. Daneben wurden die Türen des heimatkundlichen Museums für Vorträge geöffnet. Vorträge über den Friesischen Heerweg, Vorlesungen, Musikabende und auch Vorträge, bei denen eine Tasse Tee gereicht wurde, führten Besucher in das Friedeburger Museum, die den Weg sonst nicht gefunden hätten und sich anschließend zu Hause fühlten. Mit Wanderausstellungen der Ostfriesischen Landschaft gliedert sich das Friedeburger Haus zudem in die Landschaft der ostfriesischen Museen ein.
Museum soll bestehen bleiben
„Heidrun Hilbert dachte dabei vor allem auch immer an die Zukunft vom Heimatmuseum in Friedeburg“, so die Mitstreiter an ihrer Seite. „Ich freue mich, dass sich zu meinem Abschied ein Team von vier wissenschaftlich geprägten jungen Historikern und Archäologen bereiterklärt haben, das Museum als Team weiterzuführen. Auch wenn ich am Ende des Monats Friedeburg verlasse, werde ich gerne hierher als Besucher zurückkehren“, blickt sie mit Zuversicht in die Zukunft. Daher zwei kurze Worte nicht nur von den Vereinsmitgliedern: „Danke Heidrun“!
