Friedeburg - Soll die Mediothek in Friedeburg den Kindern und Jugendlichen zusätzliche Angebote im Bereich zukunftsweisender Technik unterbreiten? Dieses Thema sorgte in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses für eine lange Diskussion und schließlich eine Sitzungsunterbrechung.
In der von Henning Weißbach (CDU) geleiteten Zusammenkunft hatte Fachbereichsleiter Nils Janßen das Ansinnen des Mediothek-Teams erläutert, mit dem „Makerspace Friedeburg“ einen weiteren Standort anzubieten. „Mit 90 Prozent gefördert über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wollen wir einen generationsübergreifenden Lern- und Begegnungsort schaffen“, sagte er. Die Besucherinnen und Besucher hätten die Möglichkeit, mit der Ausstattung des Makerspace gemeinsam technisches und handwerkliches Wissen unter fachlicher Anleitung zu erlangen.
Zentral im Ort
Der Mediothek angeschlossene Makerspace sollte in einem Ladenlokal im Ort Friedeburg zentral untergebracht werden – mit 3D-Drucker, Experimentierkästen, Programmier-Roboter, Lego-Technik-Boxen, iPads und eine Ausstattung für Filmproduktionen. Nils Janßen wurde deutlich: „Das Makerspace ist ein zusätzliches Angebot für Kinder und Jugendliche, um frühzeitig Grundkenntnisse im Bereich der Mint-Themen zu erhalten und ermöglicht einen unverbindlichen und zwanglosen Zugang zur digitalen Teilhabe.“ Kindertagesstätten, Grundschulen und Friedeburger Vereine könnten als Kooperationspartner mit ins Boot geholt werden.
Freiwilliges Einsparen
Im Grunde sahen die Ausschussmitglieder am Sitzungstisch im „Deutschen Haus“ eine derartige Notwendigkeit, konnten sich allerdings mit dem Eigenanteil von 19.100 Euro im Haushalt 2024 nicht anfreunden, zumal man sich eine strenge Haushauskonsolidierung und Einsparungen bei freiwilligen Leistungen auf die Fahne geschrieben hat, wie Andreas Haak (CDU) unterstrich. Er sah keine Wertschöpfung für die Kommune. Die Gesamtkosten des Makerspaces hatte die Verwaltung auf 191.000 Euro beziffert, einschließlich Personalkosten.
Außerdem wollten die Entscheidungsträger der Prognose der Gemeindeverwaltung nicht recht Glauben schenken, dass sich dieses neue Angebot nach 30 Monaten Laufzeit selbst trägt. „Wo sollen die Einkünfte herkommen?“, lautete die rhetorische Frage von Burkhard Putschke (SPD). Und dem Personal im Falle des Auslaufens wieder kündigen zu müssen, sei unschön.
Mehrheit dagegen
In der Diskussion festgefahren, genehmigten sich die politischen Vertreter eine minutenlange Denkpause und stimmten dann ab. Bei zwei Zustimmungen und zwei Enthaltungen votierten am Ende sieben Mitglieder dagegen, eine Projektskizze anfertigen zu lassen und den Förderantrag beim BMEL zu stellen. Zuvor hatte Björn Fischer (CDU) angeregt, externe Träger um derartige Schulungen zu bitten. Friedeburger Unternehmen müssten durch die Schulung der jungen Generation profitieren können.
