Leerhafe/Rispel - Über Jahrhunderte hinweg war Rispel einer der größten Ortsteile im Kirchspiel Leerhafe. Zahlreiche archäologische Funde beweisen, dass es in diesem Raum eine ununterbrochene Siedlungsfolge gab, seit die Menschen hier sesshaft wurden.
Landwirtschaft
Auf den meist in lange, schmale Streifen geteilten sogenannten Gasten, also Sandrücken, die wohl blockförmige Äcker als Vorgänger hatten, wurde Ackerbau getrieben. Zum Schutze gegen frei weidendes Vieh in den Gemeinheiten waren die Gasten mit einem Erdwall umgeben. Grünflächen fand man nördlich des Dorfes, im Westen und Süden waren die Flächen vielfach verheidet.
Einwohner
Ein Schatzungsregister aus dem Jahre 1602 nennt für Rispel acht volle Erben und drei Stellen und damit lag das Dorf hinsichtlich der Einwohnerzahl etwa gleichauf mit Leerhafe und Möns.
Rispel ist ein uraltes Wegekreuz, denn hier treffen sich die Wege von Friedeburg nach Wittmund und von Jever in den Raum Aurich. Es gab eine alte Zollstätte für die täglich vielen Fuhrleute und Passanten, denn ein Großteil des Handels zwischen Ostfriesland und dem Jeverland wurde über Rispel abgewickelt. 1857 wurden im alten Kern von Rispel insgesamt 24 Wohngebäude gezählt, die allesamt der Landwirtschaft zugeordnet wurden. In Leerhafe hatten sich mit knapp 50 Häusern viele Dorfhandwerker niedergelassen, so dass dieser Ort nun zum Zentrum des Kirchspiels wurde.
Gewerbebetriebe
Nach Aufzeichnungen aus dem Jahre 1960 gab es in Rispel als größere Gewerbebetriebe die Bäckerei mit Gemischtwaren Ewert, die Sägerei Wehmeier, die Ziegelei, den Schmied Focke Frieden und als Gastwirtschaft den Heidekrug. Leerhafe hingegen verzeichnete etwa 30 Gewerbebetriebe. Bei der Volkszählung 1961 wurden in Rispel-Kern 63 Haushalte mit 246 Einwohnern festgestellt. Gebaut wurde überall und Hofstellen, in denen zwei oder gar drei Generationen gemeinsam wirtschafteten, gehörten bald der Vergangenheit an. Die neue Zeit war da.
