Kreis Wittmund - 50, 25 oder 12,5 Prozent – wie funktioniert das mit der Förderung genau? Und woher wissen die zuständigen Behörden, wie viel Prozent wie viel Geld bedeutet? Diese Frage ist nicht so einfach und pauschal zu beantworten. Wir rechnen mit dem Beispiel des Breitbandförderprojektes „Gewerbe“, das jetzt im Landkreis Wittmund realisiert wird. Zuerst findet eine Ausschreibung statt, auf die sich Unternehmen bewerben können. Jedes Unternehmen rechnet dahingehend durch, zu welchem Preis sie den Ausbau anbieten können. Dazu werden die Investitionskosten und die des Netzbetriebes über einen Zeitraum von 15 Jahren betrachtet. Die EWE geht hierbei von rund 480.000 Euro aus.

Dann schaut der Konzern in die Glaskugel: Aufgrund von Erfahrungswerten und Schätzungen überlegt das Unternehmen, wie viele der angeschlossenen Adressen den Glasfaseranschluss nutzen werden und ein Produkt bei der EWE dazu bestellen. Denn: Der Hausanschluss ist komplett kostenlos, die Glasfaserinfrastruktur zu nutzen jedoch nicht. Durch die Nutzungsverträge verdient das Unternehmen geschätzt jährlich eine Summe X. Da die Infrastruktur für eine längere Zeit vorgehalten wird, geht man in dem Zusammenhang von 15 Jahren aus, in denen das Unternehmen durch die Nutzung der Glasfaseranschlüsse verdient. In dieser Glaskugelrechnung über 15 Jahre geht die EWE nun von Einnahmen in Höhe von rund 237.000 Euro aus. Die rund 480.000 Euro sind offensichtlich noch nicht erreicht, es entsteht eine sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke. In diesem Fall in Höhe von rund 243.000 Euro.

Diese wird durch Gelder des Bundes, des Landes, der Kommune und Gemeinde geschlossen und jeweils auf 50 Prozent für den Bund, 25 Prozent für das Land und jeweils 12,5 Prozent für die Kommune und Gemeinde aufgeteilt. Dieses Angebot und die Rechnung der EWE hat dem Landkreis Wittmund offensichtlich gefallen, die EWE bekam unter den Ausschreibungsteilnehmern den Zuschlag.

Jens Knobloch von der EWE und Holger Heymann bei der Vertragsunterzeichnung am Donnerstag im Kreishaus.

BREITBANDAUSBAU IM KREIS WITTMUND Den Anschluss ans Glasfasernetz gibt es kostenlos

Pia Miranda
Kreis Wittmund

Zur Vertragsunterzeichnung trafen sich am Donnerstag im Kreishaus Jens Knobloch von der EWE und Holger Heymann (vorne) sowie Rolf Claußen, Rena Peeks und Harald Hinrichs (hinten) als Vertreter der betroffenen Gemeinden.

GLASFASER IM KREIS WITTMUND Jetzt wird das Internet in diesen Gewerbegebieten schneller

Pia Miranda
Kreis Wittmund

Oliver Prey (links) von der Deutschen Glasfaser GmbH und Schortens’ Bauamtsleiter Andreas Büttler mit einem Glasfaser-Leitungsbündel.

SCHNELLES INTERNET IN SCHORTENS Auch am Stadtrand bald Hochgeschwindigkeit

Oliver Braun
Schortens

Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund