Friedeburg/Wiesede - Steigende Schülerzahlen, die verpflichtende Ganztagsschule ab Januar 2026 und Investitionsbedarf an den Grundschulen sind in Friedeburg schon seit Jahren ein Thema. Insbesondere am Schulstandort Wiesede klemmt es an jeder Ecke, fehlende Klassen- und Fachräume sind nur ein Punkt auf der Mängelliste. Jetzt zeichnete sich allerdings eine erste Lösung der Platzprobleme ab.
Das Hausmeisterwohnhaus auf dem Grundschulgelände ist kurzfristig freigeworden, weshalb die Gemeindeverwaltung vorschlug, das Gebäude künftig für den Ganztagsbetrieb zu nutzen. Die bereits vorhandene Containeranlage könnte dann als dringend benötigter Klassenraum zur Verfügung stehen. Diese Idee, die auch der zu erwartende Dreizügigkeit der zukünftigen Erstklässler entgegenkommen könnte, sorgte jetzt in der Friedeburger Schulausschuss für Aufregung. Vorsitzender Henning Weißbach (CDU) und Bürgermeister Helfried Goetz versuchten, sachfremde Gesichtspunkte und teils persönliche Argumente der Politiker in eine sachliche Diskussion zu lenken.
Zuschuss erleichtert Zustimmung
Für die Herrichtung des Hauses veranschlagt die Gemeindeverwaltung 160.000 Euro, von denen 85 Prozent bezuschusst werden könnten. Ratsherr Andreas Haak (CDU) sah im Bestreben der Verwaltung einen Vorgriff auf Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die zur Klärung der gesamten Schulsituation extra eingerichtet worden war. Mit der Umsetzung des Vorschlags werde die Arbeit der Gruppe infrage gestellt, kritisierte der Kommunalpolitiker. FFG-Ratsfrau Nicole Henkel mochte es nicht hinzunehmen, dass das Hausmeistergebäude nicht barrierefrei umgebaut werden soll. Und, weil dort Sanitäreinrichtungen fehlen, lehnte sie eine Nutzungsänderung ab.
Helfried Goetz versuchte, die Argumente zu entkräften. Die Beschlussvorlage mit dem Wohnhaus sei bereits vor der Sitzung des Arbeitskreises erstellt worden; auch in den bereits aufgestellten Containeranlagen befänden sich keine Sanitäranlagen. Und sämtliche Kinder der Schule Wiesede, so ergänzte Fachbereichsleiter Nils Janßen, nutzen den gleichen, speziellen Hintereingang für Rollstuhlfahrer, was aus dem Lageplan nicht ersichtlich sei. Die von Nicole Henkel befürchtete Diskriminierung gäbe es also nicht.
Eltern für den Vorschlag
Eltern- und Lehrervertreter wiesen in der Schulausschusssitzung auf den dringenden Sofortbedarf hin und forderten die Nutzung des Hausmeisterhauses. Sie sprachen sich gegen den Vorschlag von Ratsfrau Henkel aus, eine weitere Containeranlage aufzustellen. Maike Eilers (SPD) forderte zum Handeln auf; im Endeffekt seien es kaum 25.000 Euro, die die Gemeinde aufwenden müsste.
Die Mehrheit im Ausschuss stimmte dem im Rathaus ausgearbeiteten Konzept zu. Und weitere Beschlüsse könnten in der Schulraumfrage folgen. Denn erst Ende Mai, wenn die Zahl der Kann-Kinder feststeht, kann die Größe sämtlicher Erstklässler für das nächste Schuljahr bestimmt werden. Vorher sei die Verwaltung nicht in der Lage, verlässliche Zahl zu liefern, hieß es in der Sitzung. Offen ist auch, ob an der Grundschule Reepsholt eine Zweizügigkeit erforderlich wird.
