Harlesiel - Der erste Bauabschnitt zur Deichverstärkung in Harlesiel verschiebt sich auf 2024. Das berichtet die Deich- und Sielacht Harlingerland in einem Pressegespräch. Weil der Planer beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wegen Arbeiten für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven eingesetzt worden sei, habe er für die Planung, Ausschreibung und Baubetreuung in Harlesiel nicht zur Verfügung gestanden, erklärt Oberdeichrichter Jan Steffens.
Deich muss um zwei Meter erhöht werden
Der Deich in Harlesiel soll beginnend bei der Schleuse in westliche Richtung um zwei Meter auf 9 Meter / +NN verstärkt werden. „Dazu wird Klei zum Teil aus dem Vorland entnommen und zum ,Ausbluten‘ oder Trocknen vor dem Hauptdeich zu mehreren Mieten aufgesetzt. Dazu entstehen im Vorland keine Baggergruben. Es wird bis etwa 1,5 Meter Tiefe abgeschoben“, erklärt Meinhard Edzards, Geschäftsführer der Deich- und Sielacht.
Dafür vorgesehen ist der Zeitraum von Mitte bis Ende Juli. In den Deichkern soll zudem Mischboden verbaut werden. Dieser wurde bei der Hafenräumung im benachbarten Neuharlingersiel gewonnen und besteht überwiegend aus Sand. „Das allein sind 11 000 Kubikmeter, die ursprünglich in der Nordsee hätten verklappt werden sollen, jetzt aber durch eine neue Form des Kleimanagements in Harlesiel genutzt werden können“, sagt der Geschäftsführer.
Kleimanagement setzt sich bei Naturschützern durch
Sowohl das Abschieben des Deichvorlandes als auch die Verwertung des Mischbodens kommen der Umwelt zugute. Deshalb setze sich diese Form des Kleimanagements auch bei der Nationalparkverwaltung und Naturschützern immer mehr durch.
Damit Deiche auch in Zukunft problemlos verstärkt werden können, ist laut Verordnung binnendeichs ein zehn Meter breiter Streifen freizuhalten.
Mehr Deichzugangswege
Damit jede Stelle des Deichs jederzeit auch mit Schwerlastfahrzeugen erreichbar ist, plant die Deich- und Sielacht Harlingerland in diesem Jahr den Bau von zwei weiteren Deichzugangswegen. Diese Wege soll es in Abständen von vier bis fünf Kilometern geben. „Vor zwei Jahren wurden neue Zufahrten westlich von Harlesiel und östlich von Bensersiel bei Ostbense angelegt. In diesem Jahr sollen Zufahrten westlich von Neuharlingersiel bei Becker oder am Wilhelminenhofsweg in Dornumersiel folgen“, sagt Jan Steffens.
Pläne hat die Deichacht auch für das Schöpfwerk in Accumersiel.
