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April 1932 Der „Preußenschlag“ war für die NSDAP in Ostfriesland wichtig

Karh-Heinz de WAll

Harlingerland - Für den kommunalen Bereich waren die Preußischen Provinzial-Landtagswahlen von großer Bedeutung. Gewählt wurde im April 1932 und im Regierungsbezirk Aurich erreichte die NSDAP die absolute Mehrheit. Im Juli 1932 unternahm der damalige Reichskanzler von Papen den Staatsstreich gegen das preußische Ministerium (sog. „Preußenschlag“), um die sozialdemokratische Landesregierung abzulösen.

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Ab sofort Ruhestand

Der in der Bevölkerung überaus beliebte Auricher Regierungspräsident Jan Berghaus erhielt Ende Oktober 1932 spätabends per Telegramm die Mitteilung, dass die kommissarische preußische Staatsregierung beschlossen habe, ihn ab sofort einstweilen in den Ruhestand zu versetzten. „42,5 Jahre hatte ich dem Staat zur Zufriedenheit meiner übergeordneten Behörden gedient, mir niemals von ihnen einen Tadel zugezogen, wohl aber mancherlei Anerkennung meiner Arbeit erhalten. Und nun sollte ich ‚sofort’ mein Amt aufgeben. Es kam mir fast so vor, als ob ich ein Verbrechen begangen hätte“ notierte er in seinen Lebenserinnerungen.

Ortsgruppen der NSDAP

Auf örtlicher Ebene gab es im Landkreis Wittmund lange vor dem 30. Januar 1933 Ortsgruppen der NSDAP, zum Beispiel in Wittmund, Wiesede, Friedeburg, Marcardsmoor, Buttforde, Wiesederfehn, Esens, Burhafe, Ardorf, Werdum, Ochtersum, Leerhafe, Willmsfeld, Gödens-Neustadtgödens, Holtgast, Horsten, Nenndorf, Westerholt, Willen und Wiesmoor, von denen diverse Propaganda-Veranstaltungen und Schulungen durchgeführt wurden. Im Harlingerland wurde frühzeitig der Vorwurf erhoben, dass „der Kreis Wittmund immer noch von einem reaktionären konservativen Landrat regiert“ werde.

Landrat Max Schramm, der seit 1911 die Verwaltung leitete, legte mit Jahresende 1929 sein politisches Amt nieder, um aus dem Staatsdienst zu scheiden und als Präsident des Landeskirchenamtes nach Hannover zu gehen. Sein Nachfolger Karl Liebenow, blieb nur wenige Jahre in Wittmund, schon im Herbst 1933 folgte Hans Kreutzberger. Am 6. April 1933 wählte der Kreistag den Dipl.-Landwirt Graf Wedel (Gödens) und den Buchbindermeister Hermann Peters (Wittmund) zu Kreisdeputierten, also zu Vertretern des Landrates in kommunalen Angelegenheiten.

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