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Energiekrise bei den Kirchen Müssen Gläubige im Harlingerland Weihnachten frieren?

Harlingerland/Wiesmoor - Für viele gehört er an Weihnachten einfach dazu: der Besuch in der Kirche. Doch seit der Energiekrise und den immer höher werdenden Kosten für Strom und Gas sind auch die Kirchengemeinden dazu angehalten, weniger zu heizen. In den alten Gemäuern der Gotteshäuser kann es da schnell kalt werden.

Was heißt das also für den Weihnachtsgottesdienst? Sollte man sich extra warm anziehen? Werden anstatt Gesangbücher vielleicht Decken ausgeteilt? Wir haben in einigen Kirchengemeinden in der Region nachgefragt, auf was sich die Gottesdienstbesucher einstellen müssen.

In Westerholt gibt es Decken

„Die Kirche in Westerholt wird bis etwa 16 Grad geheizt, Decken stehen zur Verfügung, und die Kronleuchter mit vielen echten Kerzen heizen mit. Angesichts der letzten beiden Corona-Jahre, in denen die Gottesdienste draußen stattfanden, ist das schon ein Gewinn“, teilt die Westerholter Pastorin Astrid Jürgena mit. Je nach Wetterlage bestehe die Möglichkeit, in den Wochen nach Weihnachten ins Gemeindehaus umzuziehen. Das würde individuell entschieden werden, schreibt die Pastorin.

Um auch in der aktuellen Zeit Energie einzusparen achtet die Kirchengemeinde in Westerholt darauf, ihre Räume weniger zu beheizen. Die Licht wird, wenn es nicht benötigt wird, ausgeschaltet, und auch der Warmwasserspeicher wird ausgeschaltet. „Mittelfristig muss über Sanierungsmaßnahmen vor allem beim Gemeindehaus und dort bei den Fenstern nachgedacht werden. Dafür hat sich im Kirchenvorstand eine Arbeitsgruppe gebildet“, schreibt Jürgena.

In der St.-Magnus-Kirche in Esens soll zumindest zu den großen Gottesdiensten etwa an Heiligabend bis auf 18 Grad geheizt werden. Das teilt Ute Julius vom Kirchenbüro Küste mit. Bei den „kleineren“ Gottesdiensten sei eine Temperatur von 14 Grad vorgesehen. „Außerdem hat die Kirchengemeinde Esens warme Decken angeschafft, die für jeden Besucher zur Verfügung stehen. Während der Gottesdienste ab Januar gibt es einen heißen Becher Tee zum Wärmen“, erklärt Julius. Auf das Gemeindehaus auszuweichen sei für die Festtage keine Alternative.

Auch in Dunum wird die Kirche zu Weihnachten beheizt, schreibt Pastorin Anna Bernau. Jedoch wolle man im neuen Jahr – für die „Winterkirche“ – in das Gemeindehaus ausweichen, um Energie zu sparen. „Unsere musikalischen Gruppen sind schon von der Kirche ins Gemeindehaus ,ausgewandert’, damit die Kirche für Proben nicht extra geheizt werden muss“, sagt Bernau.

In den Kirchen in Thunum und Stedesdorf soll es auch an Weihnachten warm bleiben, allerdings wird die Heizung um zwei Grad herunter gestellt. Das teil Pastorin Andrea Rink-Rieken mit. Doch auch hier möchte man im Januar noch weiter Energiesparen: „Im Januar und Februar finden die Gottesdienste nur in Thunum statt („Winterkirche“), die Kirche in Stedesdorf steht lediglich für Beerdigungen zur Verfügung“, schreibt Rink-Rieken.

Vereinzelt gibt es Beschwerden

In den Kirchen der katholischen Pfarreiengemeinschaft Neustadtgödens-Aurich-Wiesmoor-Wittmund gibt es zwei Temperaturen: eine Grundtemperatur und eine für Veranstaltungen. Die Grundtemperatur beträgt acht Grad, bei Gottesdiensten wird auf zwölf bis 13 Grad aufgeheizt. Vorher betrug sie 16 Grad. Bislang habe es nur vereinzelt Beschwerden gegeben, sagt der pastorale Koordinator Dennis Pahl. Er verweist auf die Decken, die in allen Kirchen ausliegen. Die Entscheidung sei auch nicht endgültig. „Wir halten es uns offen, ob wir die Temperaturen erhöhen.“

Die katholische Kirche St. Nikolaus auf Langeoog ist bei Veranstaltungen zwölf Grad warm, tagsüber zehn Grad. Niedriger soll die Temperatur auch nicht sein, sagt Pastoralreferentin Susanne Wübker. Schließlich sei die Kirche für viele Menschen ein Zufluchtsort. „Dann soll es auch halbwegs warm sein.“ Wübker geht davon aus, dass es in den Weihnachtsgottesdiensten eh wärmer sein wird – weil dann die Kirche voll ist.

Kim-Christin Hibbeler
Kim-Christin Hibbeler Redaktion Wittmund
Larissa Siebolds
Larissa Siebolds Redaktion Wittmund
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