Holtgast - Grund- und Gewerbesteuer sind die Haupteinnahmequelle für Kommunen. Davon werden allerdings die Samtgemeinde- und Kreisumlage abgezogen. Wie Bürgermeister Gerhard Frerichs erklärt, bleiben nur zwölf bis 18 Prozent im Ort. „Das bedeutet, wenn wir eine Million Euro einnehmen, behalten wir nur 120 000 Euro.“
24 000 Euro mehr
Das sei zwar berechtigt, weil die Samtgemeinde schließlich unter anderem die Feuerwehr stellt, aber das Geld sei bisher trotzdem zu wenig. Dazu komme, dass es in Holtgast keine Straßenausbaubeitragssatzung gibt. „Und wir haben noch viel vor in Holtgast“, sagt Frerichs. Deshalb hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Steuersätze anzuheben: Die Grundsteuern A und B steigen von 360 auf 400 Prozent, die Gewerbesteuer von 380 auf 410 Prozent. Dadurch erhofft sich die Gemeinde rund 24 000 Euro Mehreinnahmen bei der Grundsteuer. Die Gewerbesteuer sei ein unsicherer Beitrag, weil er von mehreren Bedingungen abhänge.
Die Grundsteuersätze sind aber nicht das einzige, was die Gemeinde erhöht: Ebenso sieht es bei den Verwaltungskosten aus. Das sind laut Gerhard Frerichs Kosten für Bewilligungen, Dokumente für das Bauvorkaufsrecht oder Ausnahmegenehmigungen.
Hundesteuern erhöht
Teurer wird außerdem die Hundehaltung – und zwar für einige Hunde um das Doppelte. „Wir heben die Hundesteuer an“, erklärt der Bürgermeister. Für den ersten Hund werden demnach jetzt 50 Euro fällig (vorher 40), ab dem zweiten Hund 100 Euro (80). Für die Haltung sogenannter gefährlicher Hunde fallen jetzt sogar 500 Euro statt 250 Euro an. „Dazu gab es keine Diskussion. Nur eine Enthaltung“, berichtet Gerhard Frerichs.
Beleuchtung bleibt an
Bei der Straßenbeleuchtung will die Gemeinde Holtgast vorerst keine Abstriche machen. Es seien ohnehin fast alle Laternen auf LED umgerüstet worden. Außerdem werden die Straßen von Einsetzen der Dunkelheit bis 23 Uhr und ab 6 Uhr bis es hell wird beleuchtet. „Diese Brenndauer wird nicht verkürzt.“ Auch bei der Weihnachtsbeleuchtung will Holtgast so verfahren wie bisher. Das heißt: In Utgast und Fulkum werden die leuchtenden Dekorationen wie gehabt aufgehängt und dafür die entsprechenden Straßenlaternen ausgeschaltet – auch die Weihnachtsbeleuchtung ist laut Frerichs inzwischen weitgehend auf LED umgestellt.
Drei Bauabschnitte
Bei dem Baugebiet „Am Eschenweg“ – eine Nebenstraße des Waldwegs – wartet die Gemeinde aktuell auf die Ansage vom Landkreis, dass sie dieses Bauland tatsächlich als Bauland nutzen kann. Sobald das der Fall ist, soll das Gelände erschlossen werden. Interesse hatten bereits rund 40 Bauwillige bekundet. Aber: „Bei den aktuellen Kosten ist es sehr unsicher, wer sich das tatsächlich leisten kann“, sagt Frerichs. Deshalb würden als nächstes die bisherigen Interessenten eingeladen und das Vorhaben öffentlich gemacht, damit die Gemeinde einen Überblick bekommt, wie viele Bauwillige es wirklich gibt.
„Wir werden dann bedarfsgerecht erschließen.“ Das heißt: Das Baugebiet wird voraussichtlich in mehrere Bauabschnitte unterteilt, weil es wenig vorstellbar ist, dass bei den derzeitigen Kosten und Lieferschwierigkeiten alle Grundstücke auf einmal bebaut werden. Das sei zwar ein höherer Aufwand und werde länger dauern. Dafür bleibe es aber in der Hand der Gemeinde, wer baut. Wenn die Grundstücke zu einem bestimmten Zeitpunkt veräußert werden müssen, könne es sein, dass mehr Bauwillige von außerhalb zugreifen. Eigentlich würden Einheimische bevorzugt.
Johannisteinverleihung
Zuletzt weist Gerhard Frerichs darauf hin, dass es in diesem Jahr wieder einen Empfang geben wird. „Wir machen den immer zwischen den Jahren. In diesem Jahr am Freitag, 30. Dezember“, sagt der Bürgermeister. Auch der Johannistein wird wieder verliehen – eine Auszeichnung für besondere Verdienste.
