Friedeburg - Was mit dem Einschlag sturmgeschädigter, kranker Bäume begann und mit der Durchforstung eines viel zu dichten Laubwaldes fortgesetzt wurde, fand jetzt den Abschluss mit einer Brennholzversteigerung.
„Der Stroot, das mitten in Friedeburg gelegene Waldgebiet, hat großen Wert für Naturschutz und Erholung. Regelmäßig muss aber auch Waldpflege durch Holzeinschlag passieren. Nur so kann der Wald noch vitaler, schöner und vielfältiger werden. Ein stabiler Mischwald ist unser Ziel, und da sind wir auf gutem Weg“, so eröffnet Finn Ahrens, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund, die öffentliche Holzauktion.
Arbeit im Wald
Das Waldgebiet Stroot ist im Eigentum des Landkreises. Finn Ahrens und sein Mitarbeiter Hans-Günter Willms sind dort hauptsächlich für forstliche Planungen und deren naturschutzverträgliche Umsetzung zuständig. Ihr Konzept sorgt für einen sensiblen Motorsägen-Einsatz und das Herausrücken der Stämme zu den Wegen mit Rückepferden.
Die Fachleute vom Landkreis hatten auch die Brennholzversteigerung sorgfältig vorbereitet, zu der am Sonnabendvormittag eine interessierte Kundschaft gekommen war. „Rund 150 Raummeter Holz, das zum Verbrennen im heimischen Ofen geeignet ist, haben Rückepferde an den Wegen zu 51 Brennholzlosen zusammengezogen. Diese Haufen aus Nadelhölzern oder aus Laubhölzern bieten wir heute aus“, so Hans-Günter Willms. Er hatte in den letzten Wochen die genauen Massen des Brennholzes ermittelt, die Holzhaufen durchnummeriert und mit einem Datenblatt zur besseren Kunden-Information gekennzeichnet.
Die Waldpflege erfolgt mit Motorsäge und Pferd.
Kundschaft
Kaufinteressierte sind mit dem Rad oder zu Fuß, vorwiegend aus Friedeburg und der direkten Umgebung, in den Stroot gekommen. Der „Stern“, die zentrale Wegekreuzung im Waldgebiet, war gut mit Menschen gefüllt.
Kurze Wege und Brennholz zu fairen Preisen aus ihrem geliebten Wald hatte sie gelockt. „Vom letzten Jahr ist mir erzählt worden, dass man hier hochwertiges Holz kaufen kann, und der Preis lässt sich bei einer Auktion mitbestimmen. Man kann ja bieten oder es sein lassen – wenn einen ein Konkurrent nicht gerade hochtreibt“, meint ein Versteigerungsbesucher, der sich aus dem Landkreis Friesland auf den Weg nach Friedeburg gemacht hat.
Verkauf
Nach etwa zwei Stunden ist, bis auf wenige Nadelholz-Lose, die Holzmenge verkauft. Die Kaufpreise werden bar bezahlt, wie bei Auktionen oft praktiziert. Verkäufer und Kundschaft sind guter Stimmung und mit dem Ergebnis zufrieden. „Der Raummeter Laubholz wurde mit 50 Euro ausgeboten und das Nadelholz zu 40 Euro. Die Zuschläge lagen meist über den Ausgeboten. Die Preise kommen ganz fair zustande, und großer Vorteil für uns Friedeburger ist, dass wir das ersteigerte Holz quasi mit der Schubkarre nach Hause holen können“, so ein Holzkunde.
Durchforstungen nötig
Finn Ahrens, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, betont abschließend, dass es für den kleinen verbliebenen Nadelholzrest anderweitige Verwendung gäbe, und die Waldpflege mit Motorsäge für diese Saison mit dem Holzverkauf beendet sei. Nach dem Wald-Naturschutz-Konzept für den Stroot seien Durchforstungen mit Holzernte künftig immer wieder nötig und weitere Brennholzauktionen damit sehr wahrscheinlich.
