Wittmund - Von einer attraktiven Innenstadt kann in Wittmund nicht die Rede sein. Das belegte auch die Umfrage vom Cima Institut für Regionalwirtschaft, die Dr. Gerhard Becher kürzlich präsentierte. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,4 auf einer Skala von 1 bis 10 sei noch viel Luft nach oben, kommentierte Becher. Ein ernüchterndes Ergebnis, da sind sich die Mitglieder des Finanz-, Wirtschafts-, Tourismus-, Betriebs- und Personalausschusses der Stadt Wittmund einig. Um das private und privatwirtschaftliche Engagement zu stärken, arbeitet die Stadt Wittmund mit einem Verfügungsfonds. Die Richtlinie für diesen Fonds wurde vom Gremium einstimmig angenommen und wird am 10. Oktober dem Rat der Stadt präsentiert.
Bauliche Maßnahmen und Veranstaltungen
Mit dem Verfügungsfonds soll die Innenstadt attraktiver werden, heißt es in der Richtlinie. Gefördert werden können zum einen bauliche Maßnahmen (z. B. Beleuchtungskonzepte, Beschilderungen und Leitsystem, Grüngestaltungen, Stadtmobiliar, Spielgeräte etc.), zum anderen Maßnahmen, die die Innenstadt beleben, wie etwa Marketingaktionen, Immobiliendatenbanken, Veranstaltungen oder Wettbewerbe. Wichtig sei, dass die Projekte einen nachweisbar positiven und möglichst dauerhaften Einfluss auf die Innenstadt von Wittmund ausüben, den Zielen des neu erarbeiteten Leitbildes für die Innenstadt entsprechen und die Vermarktung regionaler Produkte und die Entwicklung Wittmunds zur Fahrradstadt unterstützen.
Der Verfügungsfonds wird zu 50 Prozent aus Mitteln des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ finanziert. Die anderen 50 Prozent sollen in der Regel durch private Dritte getragen werden. Ausnahmen kann es in Einzelfällen geben, wenn die Projekte gemeinnützig sind. Der zu erbringende Eigenanteil liegt dann bei zehn Prozent. Doch wer entscheidet, wer diese Fördergelder bekommt?
„Zentrales Element des Verfügungsfonds ist ein lokales Gremium“, heißt es weiter. Dieses Gremium entscheidet, welche Projekte, Aktivitäten oder Personen wie viel Geld aus dem Fonds bekommen. Der Arbeitskreis Innenstadt hat bereits im Mai eine Besetzung des Gremiums empfohlen. „Welche Namen damit verbunden sind, ist noch nicht klar, es ging erst einmal nur um die Positionen“, erklärt Amke Behrends vom Stadtmarketing in der Sitzung. Dabei sollen alle Fraktionen, aber auch wichtige Akteure aus Gewerbe und Tourismus bedacht werden. Die nächsten konkreten Schritte will der Arbeitskreis in einem Workshop mit Dr. Becher klären.
Anträge an die Stadt
Für das Haushaltsjahr 2023 stehen noch 134.800 Euro aus dem Verfügungsfonds bereit. Werden Mittel nicht oder nicht vollständig abgerufen, verfallen sie. Anträge auf Förderung können bis zum 31. Dezember 2024 schriftlich bei der Stadt Wittmund erfolgen.
