Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Kur- und Wellness-Center und Haus der Insel auf Langeoog „Handelt der Inhaber gegen unsere Interessen, sind wir machtlos“

Das Haus der Insel auf Langeoog ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Das kostet Geld, das die Gemeinde nicht hat. Olaf Hube hat mit Insulanern jedoch einen Plan.
Interview

Das Haus der Insel auf Langeoog ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Das kostet Geld, das die Gemeinde nicht hat. Olaf Hube hat mit Insulanern jedoch einen Plan.

Pia Miranda

Vor wenigen Wochen sprach die Langeooger Ratsgruppe JKSM von einem Konzept, demzufolge es wirtschaftlich darstellbar sei, das Haus der Insel nicht verkaufen zu müssen. Dabei handelt es sich um eine Idee von Langeooger Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Gedanken immer weiterentwickelt haben. Nun haben sie entschieden, dass es an der Zeit sei, das Konzept der Öffentlichkeit zu präsentieren. Olaf Hube ist einer von ihnen und sagt, dass das Konzept nicht perfekt sei, man aber endlich eine öffentliche Diskussion anstoßen will.

Herr Hube, was sind die Kernaussagen des Konzeptes?

HubeWir sind der Meinung, dass man das KWC (Kur- und Wellness-Center) zum höchst möglichen Preis verkaufen kann. Wir gehen davon aus, einen Erlös von rund 10 Millionen Euro bekommen zu können. Für einen Investor kann es dahingehend attraktiv sein, da man mit Eigentumswohnungen für die etwa 4000 Quadratmeter Wohnfläche einen Erlös von mehr als 20 Millionen Euro erzielen kann.

10 Millionen für die Insel, 20 Millionen Euro für den Investor – woher kommen die Zahlen?

HubeWir haben hier Zahlen aus dem Bausektor für die Beispielrechnung genommen: Ein Investor zahlt Baukosten von 3 bis 5000 Euro pro Quadratmeter und kann für 10 bis 12.500 Euro verkaufen. Das ergibt 5 bis 9.500 Euro Ertrag pro Quadratmeter. Daher halten wir 10 Millionen Kaufpreis für angemessen.

Eigentumswohnungen bedeutet neue Betten – ist das vermittelbar?

HubeEs wird nicht ohne Betten gehen – wir brauchen dringend finanzielle Mittel, um unseren großen Investitionsstau zu reduzieren, der sich in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat – das schaffen wir nur durch Investoren, die dann mit Betten ihr Geld verdienen. Eigentumswohnungen versprechen den höchstmöglichen Erlös – ein Hotel wird den geringsten Erlös bringen und würde gleichzeitig mehr Betten bedeuten.

Wie sieht es mit der Zukunft des Hauses der Insel (HDI) aus?

HubeDas Tourismuskonzept von Project M hat den Bereich „Unterhaltung und Miteinander“ als eine wichtige Säule entwickelt. Das passt zu Langeoog. Das HDI muss daher für unsere Insel mit einem Veranstaltungssaal erhalten bleiben und gleichzeitig als Treffpunkt für Touristen und Insulaner ausgebaut werden – hier muss Platz sein für ein Museum, Ausstellungen, Tagungsräume und Raum für Entwicklungen – auch eine Gastronomie muss etabliert werden. Ein so hochwertiger touristischer Ort wie Langeoog braucht ein eigenes Veranstaltungszentrum als Instrument seiner Entwicklungsmöglichkeiten.

Wenn wir über Wirtschaftlichkeit sprechen – wieso kann das die Gemeinde besser als ein Investor?

HubeAm Ende reden wir über die Zusammenarbeit für immer. Welchen Einfluss haben wir, wenn der Betreiber gegen die Grundsätze unseres touristischen Konzeptes verstößt? Wer kontrolliert und sanktioniert die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Vorgaben? Wir sind überzeugt, dass der Tourismus-Service das genauso gut und sogar besser kann. Wenn er es nicht gut machen sollte, dann können wir jederzeit nachsteuern. Handelt der Inhaber gegen unsere Interessen, sind wir machtlos.

Kann sich der Tourismus Service Langeoog (TSL) das leisten?

HubeJa, das lässt sich rechnen: als Erstes verkaufen wir das KWC – mit dem Erlös bringen wir das HDI auf Stand – also ohne Kredite. Damit würden wir auch – durch die energetische Sanierung – die Kosten des Kurviertels drastisch senken und den Haushalt des TSL besser darstellen. Den größten Teil der Erlöse können wir für den Abbau des Sanierungsstaus einsetzten. Natürlich würden die Abschreibungen den TSL belasten – aber egal, was wir anfassen: Wenn wir unseren Tourismus erhalten wollen, müssen wir investieren. Langeoog ist eine hochwertige Destination. Daher muss unser Anspruch sein, eine dafür passende Infrastruktur zu haben. Aber es wird Einsparungen durch die Sanierung des HDIs geben und auch höhere Einnahmen durch Veranstaltungen, Tagungen, Mieten und Pachten. Im Übrigen ist es auf allen ostfriesischen Inseln so, dass das Veranstaltungshaus in den Händen des Inseltourismus ist.

W

äre ein Hotel für Langeoog nicht eine gute Alternative?

HubeNein – ein Hotel würde uns auf keinen Fall weiterbringen – dieser Ort im Herzen von Langeoog muss Treffpunkt und Anlaufstelle für alle Gäste aller Vermieter werden und nicht nur für Gäste eines Hotels. Man kann sicher an anderer Stelle ein Themen- und Tagungshotel errichten, dieses und andere Hotels können dann unsere Einrichtungen gerne gegen Entgelt nutzen – so profitieren alle davon.

Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg
Meinung
Landwirte protestieren am Rande einer Veranstaltung der Grünen. Die Ampel zieht viel Kritik auf sich.

FORDERUNGSKATALOG AUFGESTELLT Darum sind die Landwirte weiterhin wütend auf die Politik

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Ein Mann zündet sich einen Joint an. In der Umgebung von Schulen und Spielplätzen ist das Kiffen in Niedersachsen weiterhin verboten. Doch wer kontrolliert die Einhaltung?

TEIL-LEGALISIERUNG IN NIEDERSACHSEN Städte und Gemeinden fordern Klarheit und Unterstützung bei Cannabis-Kontrollen

Christina Sticht (dpa)
Hameln