Wittmund - Sie wollen Jürgen Müller-Dühring ein Denkmal setzen. Walter Ruß, Björn Schoon, Simone Stammen, Helma Ruß-Bittner und Sarah Byl haben es sich als Ziel gesetzt, etwas Besonderes für den 1999 verstorbenen Künstler zu schaffen. Eine Anlaufstelle, die dann nicht nur die Werke des Aurichers würdigt, sondern die auch Platz hat, um anderen Künstlern eine Plattform zu bieten. Aber wie soll das aussehen?
„Wir haben uns ein Projekt überlegt, dass wir gerne für die Verfügungsfonds der Kampagne ,Wittmund upklütern’ vorschlagen wollen und damit einen Antrag auf Förderung stellen“, sagt Walter Ruß, Vorsitzender des Ostfriesischen Kunstkreises.
Alleinstellungsmerkmal
Er und seine Mitstreiter sind der Meinung, eine Anlaufstelle für Kunst wird zum Florieren der Innenstadt beitragen. „Und eine Müller-Dühring-Ausstellung kann so zu einem Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Wittmund werden“, betont Ruß. Bereits seit Ende vergangenen Jahres arbeitet die Gruppe im Verborgenen an ihrer Idee.
In Gesprächen mit Freunden und Bekannten konnte Sarah Byl, die das Projekt als Kunsthistorikerin begleitet, schon 120 Werke Müller-Dührings ausfindig machen. 40 weitere Kontakte hat sie noch auf der Liste. „Aber wir sind uns sicher, noch viel mehr Wittmunder haben Werke von Jürgen Müller-Dühring und wir würden uns freuen, wenn sie sich bei uns melden“, ruft Walter Ruß auf. Denn er ist sich sicher: Mindestens Dreiviertel der Wittmunder haben irgendwie eine Verbindung zu dem Künstler. „Damit sein Lebenswerk nicht verloren geht, gilt es jetzt zu handeln“, betont Sarah Byl. Denn einige Kunstwerke seien schon im Besitz der nächsten Generation und wichtige Informationen von Wegbegleitern und Zeitzeugen würden mit den Jahren verloren gehen.
„Unser Ziel ist eine Vernissage zum 100. Geburtstag von Müller-Dühring. Der ist am 23. Juli 2024. Bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor uns“, erklärt Ruß.
Gesellschaft gründen
Im nächsten Schritt müsse eine geeignete Immobilie in der Innenstadt gefunden und durch viele Gespräche Unterstützer mit ins Boot geholt werden. Außerdem überlegt die Gruppe, eine Müller-Dühring-Gesellschaft zu gründen. „Dann hätten wir mit dem Ostfriesischem Kunstkreis, Kulturring und der Gesellschaft ein starkes Dreigestirn für Kunst und Kultur in der Stadt“, findet Ruß.
Obwohl der Start auf den Geburtstag Müller-Dührings fällt, soll das Engagement weit darüber hinausgehen. „Das hoffen wir natürlich auf die Unterstützung der Wittmunder und Wittmunderinnen“, sagt Ruß. Wer Werke von Jürgen Müller-Dühring hat oder ein Wegbegleiter war, kann sich bei Kunsthistorikerin Sarah Byl per E-Mail an kontakt@sarah-byl.de melden. Wenn es jemanden gibt, der die Gruppe bei seinem Vorhaben unterstützen möchte, wendet sich an Walter Ruß unter walter_russ@gmx.de. „Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns, aber wir hoffen auf den Rückenwind der Bevölkerung“, hofft Ruß.
