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Zwischenstopp in Bensersiel Sie fahren mit dem Kajak von der Schweiz bis ans Nordkap

Anke Laumann

Bensersiel - Reisen ist ihr Leben, sagen Aline Guignard und Olivier Forney. Europa, Asien, Südeuropa: Das Paar hat schon die halbe Welt erkundet. Bislang saßen sie dafür auf dem Fahrrad. Für ihre jetzige Tour haben sie das Fortbewegungsmittel gewechselt. Mit dem Kajak fahren die beiden von der Schweiz bis ans Nordkap. Mit jedem Kilometer Strecke sammeln sie Spenden für die Hilfsorganisation „Zoé4life“, die sich für den Kampf gegen Kinderkrebs einsetzt. 10 000 Euro hat das Paar schon zusammen. Am Ende sollen es 24 000 Euro oder im besten Fall mehr sein. Bei einem Stopp in Bensersiel berichten sie von ihrer Tour, den Unwägbarkeiten auf dem Wasser und ihren Plänen.

Eineinhalb Jahre sind es von der Idee bis zum Start. Die Route steht schnell, die meiste Zeit geht für das Marketing drauf. Sie starten eine Website, Profile auf Facebook und Instagram und suchen Unterstützer. Am 12. März machen sich die beiden auf den Weg. Ihre selbst auferlegte Regel, alles mit dem Kajak zu machen, brechen sie direkt. Zu Fuß geht es von ihrer Heimatstadt Vevey ans Wasser. „Das war ein schöner Abschieds-Spaziergang mit Freunden und Familien“, sagt Olivier Forney. Ihre Lieben werden die beiden vorerst nicht wiedersehen.

Vom Wetter abhängig

Eigentlich wollten im Sommer nächsten Jahres das Nordkap erreichen. Doch schnell merken beide, dass sie langsamer sind als gedacht. „Wir sind wirklich vom Wetter abhängig. Wenn der Gegenwind zu stark ist, müssen wir aufhören. Das ist eben anders als auf dem Fahrrad“, erklärt Olivier Forney. Die beiden schmeißen ihre Pläne kurzerhand um. Das gehört laut Aline Guignard auch dazu: Sich aufs Reisen und die Situationen einzulassen. „Wir haben eine Menge gelernt“, so der 41-jährige Olivier Forney. Vor allem Demut. Auf dem Wasser sei es wie in den Bergen. Wenn man denkt, man sei der Größte, komme man ganz schnell unter die Räder. Die Route führt sie von Basel aus über den Rhein. Sie sind auf dem Ijsselmeer unterwegs, kommen an Amsterdam vorbei und erreichen Texel. Dort soll das Insel-Hopping starten. Von einer Insel zur nächsten fahren. Das ist das Ziel. Und auch das müssen sie aufgeben. „Es ist zu kompliziert“, fasst es Olivier Forney zusammen. Der Wind, die Tode, das Watt machen ein Strich durch die Planung. So geht es durch Friesland, auf der Ems, mit Stationen in Norden, Norderney, Baltrum und Langeoog schließlich nach Bensersiel. Sie bleiben zwei Nächte, übernachten im Keller des Seglervereins Harlebucht.

Der Geist des Reisens

„Das ist der wahre Geist des Reisens, wenn sich die Dinge gut entwickeln“, sagt Olivier Forney. „Es ist warm, trocken, wir haben einen Tisch und Stühle.“ Es ist ein ungewohnter Komfort für das Paar. Eigentlich schlafen sie wo immer es möglich und erlaubt ist im Zelt. Das haben sie ebenso im Kajak dabei wie ein Notebook. Essen und Trinken, Kleidung, Kochutensilien, ein Solrarpanel und eine Kiste mit Büchern. Darin steckt ein bisschen was zur Unterhaltung, wie Aline Guignard sagt, aber vor allem viel Wissen: Bestimmungsbücher für Bäume, Pflanzen, Pilze. Das macht 120 Kilo.

An diesem Wochenende geht die Tour für den Erzieher und die Ergotherapeutin weiter. Harlesiel und Schillig sind die nächsten Stationen. „Manchmal machen wir nur zehn Kilometer, aber das ist in Ordnung“, versichert die 38-jährige Aline Guignard. „Wir sind Schritt für Schritt unterwegs.“ Sich Zeit lassen, den Winter über in Schweden verbringen und dort leben und arbeiten. Das schwebt den beiden vor. Im Sommer 2024 wollen die Schweizer schließlich das Nordkap erreichen. Was danach kommt? „Alles ist möglich“, sind sich sie sich einig. „Es kommt drauf an, ob wir dann noch Lust aufs Kajak fahren haben“, sagt Olivier Forney und lacht.

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