Etzel - Bei der Umwidmung von bestehenden Kavernen für die Nutzung von Wasserstoff ist das Unternehmen Storag Etzel jetzt einen Schritt weiter. Wie der Betreiber der Speicherräume im unterirdischen Salzstock bei Etzel und Horsten berichtet, habe man die Umrüstung von zwei Kavernen für die Wasserstoffspeicherung planmäßig abgeschlossen.
Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts H2CAST Etzel hatten die Einheiten zuvor den ersten Dichtheitstest mit diesem Speichermedium erfolgreich bestanden. „Damit konnte man den Zustand der Pilotkavernen bewerten“, wie Storag-Pressesprecher Armin Garbe mitteilt. Der Einbau der Bohrungsausrüstungen sei unter Aufsicht von Sachverständigen unterschiedlicher Fachdisziplinen und intensiven Messungen an den Bohrungen vorgenommen worden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hatte die Komplettierungsarbeiten als Aufsichtsbehörde zuvor genehmigt.
In den kommenden Wochen sollen Storag zufolge weitere Tests zur Dichtheit der Bohrungstechnik und des Salzgebirges folgen, indem der Druck unter anderem mit angeliefertem Wasserstoff bis zum zulässigen Maß erhöht wird. Garbe: „Sofern diese Tests erfolgreich verlaufen, sollen die Kavernen ab der zweiten Jahreshälfte 2024 mit bis zu 80 Tonnen Wasserstoff für weitere Untersuchungen befüllt werden.“
Oberirdisch wird bis dahin eine Testanlage errichtet, mit der Storag für den künftigen Gasspeicherbetrieb Erfahrungen sammeln möchte – konkret hinsichtlich der Verdichtung, der Gastrocknung und Reinigung. Mit dem Projekt sollen die Machbarkeit der großvolumigen unterirdischen Speicherung von Wasserstoff demonstriert und die Nutzbarkeit der Salzkavernen nachgewiesen werden.
Bis 2026 soll der Standort Etzel „H2-ready“ sein, wie der kaufmännische Storag-Geschäftsführer Boris Richter betont. „Die Speicherung ist ein Baustein eines erneuerbaren und damit ökologisch nachhaltigen Energiesystems.“ Die Ergebnisse sollten als „Blaupause“ für die Umrüstung von Kavernen für zukünftige Wasserstoffspeicherung in ganz Deutschland dienen.
