Wittmund - Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau. Ein Tag, an dem sich viele Schülerinnen und Schüler schöneres vorstellen können, als im Klassenzimmer zu sitzen. An der KGS Wittmund sind heute auch einige Plätze leer, denn im Schulgarten und in der Küche herrscht reges Treiben. Die Alexander-von-Humboldt-Schule hat ein Ziel: Sie möchte Internationale Nachhaltigkeitsschule werden. Dafür hat die Schule jedoch noch einiges zu tun, erklärt Lehrerin Sally Hülse, die die Zertifizierung begleitet. „Man musste zwei Projekte angeben und die dann auch nachweisen“, sagt Hülse.
Eines davon ist die Wiederbelebung des Schulgartens. Es wurden Hochbeete gebaut, ein Kartoffelacker angelegt und einige Schüler tragen vier Obstbäume aufs Gelände, die noch in die Erde gesetzt werden müssen. „Nach der Corona-Zeit lag der Garten etwas brach. Nun wollen wir schauen, dass wir hier Gemüse anpflanzen und Kräuter“, sagt Hülse. Unterstützung gibt es dabei von argentinischen, ukrainischen und indonesischen Schülern, die gerade für das 5. Internationale Jugentreffen Eureka vor Ort sind. Über die tatkräftige Unterstützung freut sich auch Schulleiter Dr. Reinhard Aulke: „Die Indonesier sind auch als Eco-School ausgezeichnet und haben einen Schulgarten.“
Vom Beet auf den Teller
Im anderen Trakt der Schule wird derweil gekocht. Beim Nachhaltigkeits-Buffet sollen später alle, die am Projekt teilnehmen, verköstigt werden. So lernen die Schüler nicht nur, wie man das Gemüse anbaut, sondern auch, wie man anschließend möglichst alles davon verwendet. Das passt auch zu dem zweiten Projekt, dass die Schule für die Zertifizierung angegeben hat. Sally Hülse erklärt: „Bei den ,Foodheroes’ geht es darum, die Schülerinnen und Schüler für einen ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Zum Beispiel wurden Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden konnten, aus Supermärkten abgeholt. Alte Brötchen wurden dann zu Paniermehl verarbeitet und Obst zu Smoothies.“
Eco-School
Doch auch beim Recycling möchte die KGS noch etwas besser werden: „So wollen wir außerdem noch International Eco-School werden“, sagt Hülse. Das funktioniert über ein zusätzliches nachhaltiges Projekt mit einer Partnerschule aus dem Ausland. Die Alexander-von-Humboldt-Schule kooperiert in diesem Fall mit der Schule in Indonesien.
Über zwei Jahre lang hat die Schule an den verschiedensten nachhaltigen Projekten gearbeitet. Nun steht die Überprüfung kurz bevor. Sie wird zeigen, ob die Arbeit ausreicht, um sich Internationale Nachhaltigkeitsschule nennen zu dürfen.
Unterstützt wurde die Schule bei der Umsetzung auch vom Klimaschutzteam des Landkreises Wittmund. Elisa Bodenstab, freut sich, dass die Schule dabei so viel eigenes Engagement gezeigt hat. „Viele Schulen tun schon viel für die Nachhaltigkeit, aber es freut einen zu sehen, wie viel Eigeninitiative dahintersteckt“, sagt die Klimaschutzbeauftragte.
Besuch aus Berlin
Für die indonesischen Schüler gab es an diesem Tag noch eine besondere Überraschung. Der Kulturattaché der indonesischen Botschaft in Berlin Dr. Roniyus Marjunus stattete den Schülerinnen und Schülern einen Besuch ab und überzeugte sich selbst von der geleisteten Arbeit im Schulgarten.
