Wittmund - Viele Eltern sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder in einer Kindertagesstätte betreut werden. Insbesondere, wenn sie arbeiten. Aber was ist, wenn sich die Öffnungszeiten ändern? In der Kita WiKi (ehemals Kindergarten Robert-Koch-Straße) in Wittmund können die Kinder am Nachmittag nicht mehr durchgängig betreut werden. Ende Februar ist den Eltern in einem Schreiben mitgeteilt worden, dass die Öffnungszeiten zum 1. April gekürzt werden. Statt bis 17 Uhr, kann der Nachwuchs in der Ganztagsgruppe nur noch bis 15 Uhr bleiben – an manchen Tagen auch nur um 12.30 Uhr. Oft kommt die Nachricht kurzfristig, wie lange die Kita in der Woche geöffnet hat.
Situation spitzt sich zu
Das stellt die Eltern vor eine schwierige Situation, wie der Elternrat sagt. Die Vertreter möchten anonym bleiben. Sie fürchten, dass ihre Kinder benachteiligt werden könnten. „Wir sind darauf angewiesen“, sagen sie zu den Zeiten. Und: „Wir standen vor vollendeten Tatsachen“. Manche Eltern konnten die anderweitige Unterbringung regeln, für andere hingegen spitzt sich die Lage zu. Sie fühlen sich alleingelassen. Einige Kinder würden den Kindergarten deswegen nach den Sommerferien wechseln.
Grund für die verkürzten Öffnungszeiten sind personelle Engpässe. Der Elternrat hat Verständnis dafür und ist froh, dass die Mitarbeiter sich um ihre Kinder kümmern. Durch die ganze Situation fühlen sich Eltern nicht verstanden. Der Elternrat habe auch Kontakt mit der Stadt Wittmund als Trägerin der Kita aufgenommen.
Gegenseitiges Verständnis
„Wir können die Sicht der Eltern verstehen“, sagt Meino Schrage, Fachdienstleiter Generationen, Sport und Kultur. In der Vergangenheit sei der Stadt eine Betreuung gelungen, aber seit zwei bis drei Monaten seien die Kitas der Stadt verstärkt betroffen. Wittmund sei jedoch kein Einzelfall. Der Fachkräftemangel ziehe sich wie ein roter Faden durch die Branche, aber auch durch andere Arbeitsbereiche. Es sei insgesamt schwierig, Personal zu finden. Das war auch kürzlich Thema im Schulausschuss.
Die Stadt schreibe aber regelmäßig Stellen im sozialen Bereich aus, etwa zu Ostern. Im Vergleich zu den Vorjahren kämen jedoch weniger Bewerbungen, teilweise ein bis zwei auf eine Stelle. „Wir haben auch einen Stellenzuwachs erfahren“, sagt Schrage. So sei etwa die Kita Lüttje Steppkes geschaffen worden. Die Stadt schöpfe ihre Möglichkeiten aus, um personelle Entlastungen zu schaffen. „Wir suchen permanent Fachkräfte in den Kitas.“ Zum Sommer werden neue Fachkräfte eingestellt. Auch arbeitet die Stadt mit Vertretungskräften zusammen.
Vorschriften prüfen
Welche Möglichkeiten gibt es nun für die Betreuung in der Kita WiKi? Die Eltern hätten angeboten, die Jungen und Mädchen in den Räumen der Kita nachmittags zu betreuen. „Das ist allerdings rechtlich nicht möglich“, erklärt Schrage. Das sei eine Vorgabe des Landesjugendamts. Eine Möglichkeit sei es, dass sich Eltern zusammentun, um sich privat in eigenen Räumen um die Kinder zu kümmern. Auch gebe es die Betreuung über Tagesmütter, was über den Landkreis laufe.
Laut Elternrat sollten die Vorschriften überdacht werden, wenn man wisse, dass nicht ausreichend Personal da ist. Schrage erklärt, dass es insgesamt einen intensiven Austausch zwischen Kitas und Kita-Trägern braucht, um die Betreuung für Familien sicherzustellen. Das sei das Ziel aller.
