Friedburg - Gut 20 Tier- und Naturfreunde haben sich im Friedeburger Industriegebiet bei Teelka Wellmann und Ron Meyer getroffen, um Probevorführungen von Kitzrettungen mit einer Drohne zu erleben. Der Verein „Wildlife Air Operations Friedeburg“ hatte zum Schnuppertag eingeladen, um sich vorzustellen und zu demonstrieren, wie die Kitzrettung abläuft.
Modernste Technik
„Kitzrettung ist heutzutage eine Tierschutzaktionen mit dem Einsatz von Menschen und moderner Technik. Der Erfolg hängt wesentlich von einer sorgfältigen Vorbereitung und einer guten Organisation ab“, erläuterte Ron Meyer vom Verein Wildlife Air Operations Friedeburg. Er stellte die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände vor. Eine Drohne mit einer optischen und einer Wärmebildkamera, einen Bildschirm und eine Steuerungseinheit, Sprechfunk, Schutzkörbe für gefundene Rehkitze und Markierungsstangen gehören dazu.
Die Abläufe von Kitzrettungsaktionen sind sich auch immer ähnlich. Landwirte, die ihr Grünland im Mai oder Anfang Juni mähen und mit einer Kitzrettungsaktion kombinieren wollen, melden die geplanten Flächen bei einer der Kitzretter-Gruppen.
Gute Kommunikation
Da Jung-Rehe in ihren ersten Lebenstagen meist im hohen Gras verharren und nicht vor einer Maschine flüchten, werden sie vom Mähwerk oft getötet oder schwer verletzt. „Mit Drohnen lässt sich der Platz, wo die Kitze liegen, leicht ausmachen. Helfer werden dorthin eingewiesen, decken das Kitz mit einem Korb ab und markieren die Stelle, die dann beim Mähen ausgespart wird. Später wird der Schutzkorb entfernt und das junge Reh findet danach die Obhut seiner Mutter“, erklärte Teelka Wellmann, die Mitpächterin der Friedeburger Gemeindejagd ist und die Kitzrettung unterstützt.
Sie machte aber auch deutlich, dass alles nur gelingen kann, wenn es gute Kommunikation und Informationsaustausch zwischen den Beteiligten gibt. Deshalb hat sich der Kitzretter-Verein „Wildlife Air Operations Friedeburg“ auch zu einem Schnuppertag mit Drohen-Vorführung entschlossen und Landwirte, Jägerschaft und tierschutzinteressierte Menschen eingeladen. Normalerweise beginnen Kitzrettungsaktionen ganz früh morgens, wenn die Außentemperatur noch niedrig ist, dann können die Kitze mit einer Infrarotkamera optimal ausgemacht und geschützt werden.
Der Schnuppertag startete aber zu normaler Zeit um zehn Uhr. Erst mit einem theoretischen Teil und danach ging es mit fünf Drohnenflügen weiter. Eine Wärmflasche, die mit einem Stück Fell abgedeckt wurde, imitierte das Kitz. Sie konnte immer wärmer als die Außentemperatur gehalten und so gut von der Wärmebildkamera ausgemacht werden.
Gäste steuern Drohne
Große Hilfe bekam der Verein am Schnuppertag von Familie Bookmeyer aus Neustadtgödens. Vater Maik und seine Söhne Rico und Louis waren die Kitzfinder, die nach Einweisung des Drohnenpiloten immer erfolgreich die Wärmflasche aufspürten und kitzgerecht schützten.
Im Anschluss an die Vorführung wurde noch lange fachkundig diskutiert und die Planungen für die bevorstehende Kitzrettungs-Saison konkretisiert. Mehr Informationen über „Wildlife Air Operations Friedeburg“ sind über die sozialen Netzwerke zu bekommen. Weitere Helfer sind erwünscht.
