Esens - So muss man die Stadt einfach gerne haben: als große Bühne der Kleinkunst, als Raum für Fantasie und befreiendes Lachen, als einen Lebens- und Erlebnisraum, den man immer wieder besuchen möchte. So könnte es bei Marc Westermann gegangen sein: Als Neunjähriger war er schon einmal hier. Am Samstag kam der inzwischen professionelle Künstler nach langen Jahren wieder in die Bärenstadt – und verzauberte sein Publikum auf dem Platz beim Münzdenkmal.
„Wahnsinn“, staunte einer seiner Zuschauer immer wieder. Alles in Blau: Wie aus dem Hahn ein trauriger Hirsch wurde, aus der Badewanne ein Dreimaster, aus dem Kreuz unter Wolken ein neuer Raum für die Fantasie, den die Zuschauer selbst füllen konnten. Mit einem Produkt aus der eigenen Geschichte vielleicht. Die Dynamik des Malens ließ sich der Essener Künstler musikalisch vorgeben. „Das mache ich zuhause auch“, kommentierte die derzeit auf Langeoog lebende Zuschauerin Sabine Esslinger. Künstler Westermann, der mehrfach mit starkem Zwischenapplaus belohnt wurde, genoss die Dynamik sichtbar.
Drachen und bunte Vögel
Wiederkommen möchte gern auch Dorothee Molitor, die Schöpferin des Goldenen Drachens „Pantao“. „Sehr zugewandt, sehr klug“ fand sie ihr vorwiegend junges Publikum, dem erfolgreich einige Rätsel vorgesetzt wurden. Durch den weisen Drachen, in dessen Erscheinungsbild Fantasie und echte Begegnung mit einer anderen Welt aufgehoben waren. Mit einer Welt der Kunst, der dann auch noch die „schrägen Vögel“ mit ihrem maximalen Abstand zum Alltag angehörten. Fabelwesen, denen vor allem das ältere Publikum reichlich Respekt zollten. „Nett gemacht“, bekannte ein Beobachter angesichts der zwei Mann hohen „Vögel“. Die von innen zu lenken, „das stelle ich mir gar nicht so leicht vor.“ „Ist das nicht sehr anstrengend?“, fragte der Fabelwesen-Laie – und bekam die passende Antwort: „Ich bin ja noch jung.“ „Das sind keine Stelzen“, behauptete er an anderer Stelle. „Ich bin einfach so groß.“
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival Esens 2024
Detlef Kiesé
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival Esens 2024
Detlef Kiesé
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival Esens 2024
Detlef Kiesé
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner Wiggermann
Schnappschuss vom Kleinkunstfestival 2024 in Esens
Werner WiggermannKunst für Alt und Jung
Mit solchen Übertreibungen muss man eben leben bei einem gut durchorganisierten Kleinkunstfestival, das lernen schon die Kleinsten. Etwa bei einer Begegnung mit den Clowns Timmy und Tupolino in der Herdestraße oder der Steinstraße. „Was soll ich dir basteln, einen Hund oder einen Hund“, fragte der eine den neunjährigen Malte. Und der Steppke erkannte auf diese Weise locker, wie er auf den Arm genommen werden sollte. Der Hund wurde natürlich produziert, gehört jetzt Malte, und der ist zusätzlich um die Erfahrung reicher, wie man sich am besten mit sehr bunt angezogenen Luftballon-Flechtern unterhält.
Knallhart Kunst statt langweilige Wirklichkeit lieferte auch der zweiköpfige „Sicherheits-Dienst“ beim Rundgang durch die poetisch verfremdete Fußgängerzone ab. Mit ihren fantasievoll umgestalteten Uniformen versahen sie ihren Dienst und mussten einmal sogar hinter dem Reporter Schutz vor einem teuflisch schwarz daher kommenden Monster nehmen.
El-Goma-Show
Eine rundum gelungene Mischung boten die Organisatoren des Kleinkunstfestivals 2024 um Stadtmanager Kolja Green. Spannung, Vielfalt und gute Raumaufteilung ermöglichten allen Besuchern ein entspanntes und individuelles Erlebnis an diesem sonnigen Samstag. So zogen die Highlights – die El-Goma-Show und die Darbietungen der Musicaltanzschule Ostfriesland in der Butterstraße – ihr zahlreiches Publikum zeitlich versetzt an. Die Show des Argentiniers El Goma war aktuell, orientierte sich stark an den Anliegen zufällig vorbei kommender Besucher auf dem Platz vor der Volksbank und operierte stets mit blitzschnell realisierten Abweichungen vom normalen Verlauf der Ereignisse. Das machte nicht nur Kindern das Mitmachen schmackhaft.
