Wittmund - Das Krankenhaus Wittmund verzeichnet derzeit einen erhöhten Krankenstand in der Belegschaft. „Acht Prozent fallen derzeit wegen Grippe, Corona oder einer Atemwegserkrankung aus“, berichtete Geschäftsführer Kai Schasse in der Gesellschafterversammlung vor den Mitgliedern des Kreistags.

Die Station für die Innere Medizin habe mit 40 Prozent einen besonders großen Ausfall, was eine extrem hohe Belastung des verbliebenen Pflegepersonals bedeute. Immerhin gebe es im Haus aktuell 16 bis 18 an Covid-19-Erkrankte. Die eine Hälfte sei mit der Infektion eingeliefert worden, beim anderen Teil habe man das Virus erst in der Notaufnahme festgestellt. „Es sind fast ausschließlich Menschen über 80 Jahre und keine Intensivpatienten“, fasste Kai Schasse zusammen.

Ende November habe man sich verständigt, für einen Mindestschutz die Maskenpflicht für alle Menschen anzuordnen, die sich im 155-Betten-Krankenhaus bewegen. Das, so der Geschäftsführer, habe allseits eine hohe Akzeptanz erfahren.

Was die krankheitsbedingten Personalausfälle betrifft, so bewährt sich der seit Monatsanfang eingerichtete „Flex-Pool“. „Die hier erfassten Mitarbeiter sind keiner bestimmten Station zugeordnet und können dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden“, erklärte Schasse den Gesellschaftern. So könne mancher Engpass abgemildert werden. Die Leistungen könnten zu 100 Prozent erbracht werden.

Nach wie vor hat die Klinik allerdings mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Wie der stellvertretende Geschäftsführer Stephan Rogosik vorrechnete, seien rechnerisch 16,6 neue Vollzeit-Stellen beim ärztlichen Dienst, aber vor allem in der Pflege geplant und nur teilweise besetzt. Daher sei man ständig auf der Suche.

Einen positiven Effekt für das Wittmunder Haus könnte es laut Kai Schasse durch das Aus der Inneren Abteilung im St.-Johannes-Hospital in Varel geben. Da die ausbildenden Chefärzte gekündigt haben, müssten sich die Mediziner in der Facharztausbildung einen neuen Platz suchen. Sonst sei ihre Ausbildung gefährdet. „Wir können Varel aber nicht ersetzen, höchstens so viel wie möglich auffangen“, betonte der Geschäftsführer. Man stoße irgendwann an die Kapazitätsgrenze.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund