Wittmund - Mit einem Appell richten sich Landrat Holger Heymann und die Bürgermeister im Landkreis Wittmund an die Bevölkerung: Bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine sei die solidarische Hilfe aller gefordert. Bürger sind aufgerufen, Wohnungen zur Verfügung zu stellen.
„Bei der Unterbringung geflüchteter Menschen aus der Ukraine kommen der Landkreis Wittmund und die Stadt- und Gemeindeverwaltungen an die Belastungsgrenze“, heißt es in einer Mitteilung. Die beiden vom DRK betriebenen Einrichtungen in Wittmund und Esens seien voll belegt, weitere Zuweisungen seitens der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen seien zu erwarten. „Die Kommunalbehörden sind vom Gesetzgeber verpflichtet, für die vom Krieg in der Ukraine gebeutelten Menschen Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, betont Landrat Holger Heymann. Da seien die Menschen im Landkreis unisono gefordert, jetzt solidarisch zu handeln.
Das betonen auch die Bürgermeister, die vor allem in der Pflicht stehen, den Menschen mit einer Bleibe auf Zeit zu helfen. So appelliert der Friedeburger Bürgermeister Helfried Goetz: „Wir müssen alles unternehmen, um die Problematik in geordnete Bahnen zu lenken. Bitte kommen Sie in die Rathäuser, nennen Sie uns freien Wohnraum.“ Allmählich fehlten Möglichkeiten. Und man wolle nicht kreisweit auf öffentlichen Plätzen Containerdörfer errichten oder Turnhallen dem Sport und den Schulen entziehen. Es herrsche Einigkeit zwischen den Bürgermeistern und dem Landrat, Flüchtlinge langfristig in dezentrale Wohnungen unterzubringen.
Für die Wohnungssuche werden insbesondere die Personen angesprochen, die eine Ferienwohnung oder Zweitwohnung besitzen. Wer eine Wohnung zur Verfügung stellen möchte oder Fragen hat, kann sich bei der Kommune melden, in der die Wohnung liegt:
Samtgemeinde Esens: Okka Siebels,
Gemeinde Friedeburg: Tobias Zunker,
Samtgemeinde Holtriem: Heiko Wolfram,
Gemeinde Langeoog: Heike Horn,
Gemeinde Spiekeroog: Björn Koffinke,
Stadt Wittmund: Sina Reuß,
Wie der Landkreis erklärt, kann die Gemeinde beziehungsweise Stadt auch als Mieter tätig werden und die Wohnung an die Geflüchteten weitervermieten.
Hilko Mannott ist optimistisch. Das Problem der Unterbringung von Geflüchteten ist ein gemeinsames und werde auch gemeinsam gelöst, sagt der allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters Harald Hinrichs in Esens.
Bereits nach dem Zeitungsbericht vergangene Woche habe es neue Angebote von Wohnungen gegeben. „Damit steht und fällt es. Wir brauchen Wohnraum“, sagt Mannott. Denn die Unterkünfte in Wittmund und Esens sollen nur als erste Anlaufstelle dienen, die Menschen schnell dezentral untergebracht werden. „Wir wollen unbedingt vermeiden, an so etwas wie Turnhallen heranzugehen“, sagt der Fachbereichsleiter allgemeine Verwaltung. Und es sehe auch so aus, als sei das machbar. Ein schwieriges Thema ist die Situation auf den Inseln. Auch das wurde bei dem Treffen von Bürgermeistern und Landrat besprochen. „Die Menschen brauchen Betreuung“, sagt Ralf Heimes, Allgemeiner Vertreter von Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn.
Die dafür ausgebildeten Kräfte seien aber auf dem Festland. Insofern müsse geschaut werden, wie viel es den Geflüchteten wirklich bringt, auf der Insel untergebracht zu werden. „Dankenswerterweise ist die Solidarität im Landkreis da sehr groß“, sagt Heimes. Das Problem müsse jetzt insgesamt gelöst werden. Die Menschen, die kommen, könnten nix dafür.
