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Ärztegewinnung im Kreis Wittmund Sechs Jahre Landpartie – Arzt bewertet Aktion und sagt, wie es weitergeht

Sie sind die zukünftige Ärzte-Generation: Diese fünf Medizinstudenten der Universität Oldenburg nehmen am Projekt Landpartie teil und bekommen einen Einblick in die medizinische Versorgung im Landkreis Wittmund. Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Syrien und Palästina.

Sie sind die zukünftige Ärzte-Generation: Diese fünf Medizinstudenten der Universität Oldenburg nehmen am Projekt Landpartie teil und bekommen einen Einblick in die medizinische Versorgung im Landkreis Wittmund. Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Syrien und Palästina.

Privat

Wittmund/Harlingerland/Oldenburg - Vor rund sechs Jahren wurde sie ins Leben gerufen, um dem befürchteten Ärztemangel im Landkreis Wittmund den Kampf anzusagen: Bei der Landpartie haben junge Medizinstudenten der Uni Oldenburg zwei Wochen lang die Chance, die medizinische Versorgung auf dem Land besser kennenzulernen.

Dafür stehen für die fünf Teilnehmer neben der praktischen Arbeit in einer Hausarztpraxis auch medizinische Exkursionen auf dem Plan.

Die Hoffnung der Organisatoren: Die Studenten lernen nicht nur die verschiedenen Einrichtungen kennen, sondern bekommen auch einen Bezug zu der Region und lassen sich früher oder später hier nieder. Aber wie gut hat das bisher geklappt? Dr. Wolfram Nagel, Organisator und Vorsitzender der Kreisärzteschaft, erklärt: „Bisher ist noch keiner im Landkreis geblieben. Die Landpartie ist allerdings auch ein Wegbereiter und es ist ein Prozess. Das wird sich noch weiter aufbauen.“

Lehrkrankenhaus

Und bei diesem Prozess spiele auch das Wittmunder Krankenhaus eine entscheidende Rolle – seit Mitte September ist die Klinik als Lehrkrankenhaus anerkannt. Studenten können hier somit ihr Praktisches Jahr absolvieren. „Und wie wir wissen, bleiben etwa 60 Prozent der Studenten in dem Haus, in dem sie ihr Praktisches Jahr absolviert haben“, fügt der Mediziner hinzu. Diese Auszeichnung zu erlangen sei „ein dickes Brett“ gewesen. Vier Jahre habe es gedauert, die Fakultät in Oldenburg für sich zu gewinnen. „Das hätte ein kleines Haus wie das in Wittmund nicht geschafft, wenn es nicht auch über den Landkreis hinaus bekannt gemacht worden wäre“, erklärt Dr. Nagel. Und zur Bekanntmachung habe auch die Landpartie ihren Teil beigetragen, ist sich der Vorsitzende sicher.

Denn: „Das Projekt ist beliebt und das Interesse ist sehr groß. Das spricht sich in Oldenburg einfach rum. Wir haben immer recht schnell die fünf Plätze besetzt.“

Niedersachsenweit

Aufgrund der hohen Nachfrage lässt die kommende Landpartie nicht lange auf sich warten. Im Januar und Mai wird es daher eine Wiederholung geben. Und auch für Januar sind bereits alle Plätze besetzt. Dr. Nagel ist begeistert: „Dann haben wir innerhalb von acht Monaten drei Landpartien angeboten.“

Auch wenn bislang keiner der Studenten in Wittmund geblieben ist, habe das Projekt dennoch Auswirkungen auf die Versorgung in Niedersachsen: „Wenn die Studenten kommen, wollen sie meistens keine Allgemeinmedizin machen. Nach der Landpartie ist das Interesse oft hoch.“ So gibt es Studenten, die sich woanders als Allgemeinmediziner niederlassen und zumindest niedersachsenweit zur Hausärzteversorgung beitragen.

Eine Statistik gibt es hierzu zwar nicht, aber: „Zu einigen ehemaligen Teilnehmern haben wir noch Kontakt und einige haben sich woanders als Hausarzt niedergelassen.“ Damit sich in der Region etwas tut, brauche es aber weit mehr als nur die Landpartie – diese sei nur einer von vielen Bausteinen. „Man kann vieles zu dem Thema sagen. Eine Botschaft muss aber ans Land. Der Studiengang in Oldenburg muss von 120 auf 200 Plätze angehoben werden – und zwar schnell. Bis 2025 ist das zwar geplant, die Gelder dafür werden aber von der Landesregierung einbehalten. Das Land muss schnell eine Entscheidung treffen.“

<p>                Die Studierenden haben einer Hüft-Endoprothese-OP beigewohnt: Sie schauten dabei den Chefärzten Prof. Dr. Matthias Lerch und  Dr. Hagen Behnke (r.) über die Schulter.             </p>

Die Studierenden haben einer Hüft-Endoprothese-OP beigewohnt: Sie schauten dabei den Chefärzten Prof. Dr. Matthias Lerch und Dr. Hagen Behnke (r.) über die Schulter.

Larissa Siebolds
Larissa Siebolds Redaktion Wittmund
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