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Landpartie Wittmund Der Mensch steht bei Medizinstudentin Antonia Andres im Mittelpunkt

Wittmund/Esens - Praktischer geht es kaum. Jeden Tag steht Antonia Andres in der Hausarztpraxis in Esens und arbeitet an und mit dem Patienten. Dabei ist die 25-Jährige noch im Medizinstudium in Oldenburg. Sie hat sich aber wie vier ihrer Kommilitonen für das Projekt Landpartie beworben. Und so durfte die Bremerin nun 14 Tage lang praktische Erfahrungen sammeln. Mit dem Projekt soll angehenden Ärzten die Region und das Arbeiten auf dem Land nähergebracht werden.

Viele Einblicke in die Praxisstrukturen

„Es macht total viel Spaß, ich habe so viele Einblicke bekommen“, sagt die Studentin. Antonia Andres kommt gebürtig aus Bremen. Während der Schulzeit wuchs der Wunsch in ihr, Medizin zu studieren. „Ich hatte einige Praktika gemacht und vor allem meine Kinderärztin hat mich maßgeblich geprägt“, sagt sie.

Nach dem Abitur und einem Jahr, in dem sie gearbeitet hat, begann sie in Oldenburg Medizin zu studieren – das war 2017. Nun ist sie schon fast in der Endphase. Nächstes Jahr wird sie das Exmanen ablegen und danach folgt das Praktische Jahr.

„Das ist dreigeteilt. Ich werde in der Inneren und in der Chirurgie arbeiten und die restliche Zeit kann ich frei wählen in welche Richtung ich noch gehen möchte“, sagt die 25-jährige Studentin. Dann könnte sie theoretisch auch bei einem Hausarzt tätig sein. Aber so ganz weiß sie noch nicht, in welches Fachgebiet sie gehen möchte. „Die Chirurgie hat natürlich auch etwas“, gibt Antonia Andres zu.

Die 25-Jährige ist ein echtes Nordlicht

Für die junge Frau war immer klar, dass sie den Mensch in den Fokus ihrer Arbeit rücken möchte. „Und das gelingt vor allem mit dem Medizinstudium in Oldenburg super“, sagt die Bremerin. Denn die Fakultät legt viel Wert auf die praktische Ausbildung – neben den gesamten theoretischen Einheiten.

Und so verbringt auch Antonia Andres im Schnitt pro Semester vier Wochen im Praktikum. Sie war im Klinikum Oldenburg, aber auch schon in Berlin und Frankfurt – und in einer Hausarztpraxis auf Spiekeroog. Da ging es natürlich etwas ruhiger zu als in der Gemeinschaftspraxis in Esens.

„Ich bin so durch und durch Nordlicht, in Bayern zu arbeiten, das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt die 25-Jährige. Sie möchte für sich den den Weg als Hausärztin noch nicht ausschließen, aber auch in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Wolfram Nagel hat sie erlebt, wie viel Bürokratie und welche Organisationen im laufenden Betrieb neben der Arbeit mit den Patienten notwendig sind.

„Die Menschen hier waren alle wirklich nett und die Zeit hat mir viel gegeben“, sagt sie. Sie durfte mit dem Arzt die Untersuchungen durchführen und Empfehlungen für die weitere Behandlung aussprechen. Auch zu Hausbesuchen und in die Senioreneinrichtungen begleitete sie die Mediziner.

Der Hausarzt ist eine wichtige Schnittstelle

„Es hat sich gezeigt, wie wichtig der Hausarzt als Schnittstelle ist und wie viel Verantwortung er trägt“, resümiert Andres. Und auch lernten ihre vier Kommilitonen und sie, wie wichtig Teamarbeit ist. „Klar sind die Patientengespräche durchgetaktet, aber es ist immer wichtig auf jeden einzelnen einzugehen und sich Zeit zu nehmen und zuzuhören“, sagt die Studentin.

Kleine Wege und viele persönliche Gespräche

Beeindruckt war die kleine Gruppe auch vom Besuch im Krankenhaus Wittmund. „Es sind doch gerade die kleinen Kliniken, in denen die Wege kürzer und die Gespräche so viel persönlicher sind“, so die Studentin.

Und so haben ihre Mitstreiterinnen und sie den Austausch auch mit Dr. Hagen Behnke, Chef des Anästhesie in Wittmund sehr genossen. „Wir durften auch mit in den Operationssaal und ihm direkt über die Schulter blicken“, sagt Antonia Andres. Für die anderen und sie ist das Erlebnis Landpartie nun nach 14 Tagen beendet. „Die zwei Wochen hier arbeiten zu dürfen hat uns allen viel gegeben“, sagt die Studentin.

Und die beteiligten Hausarztpraxen im Landkreis Wittmund hoffen natürlich so der Nachwuchsgewinnung wieder ein Stückchen näher gekommen zu sein.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
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