Wiesedermeer - Zu einem Infotag rund um das Thema Herdenschutz lud die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Mittwoch nach Wiesedermeer ein. Auf dem Hof von Bernhard Gellermann wurde praxisnah vorgestellt, wie ein Herdenschutzzaun an einer Wallhecke oder auch an Gräben aufgestellt werden kann und sollte. Zusätzlich wurden Beispiele für feste und mobile Zäune gezeigt. Außerdem gab es Vorführungen, wie der Zaun maschinell mit Freischneide- oder auch Mulchtechnik von Bewuchs freigehalten werden kann.
Herdenschutzberaterin Elke Steinbach beantwortete mit ihrem Kollegen Michael Sluiter – als Ansprechpartner der Landwirtschaftskammer – den rund 100 Haupt- und Nebenerwerbslandwirten ihre Fragen. „Wir wollen eine Veranstaltung für die Praxis bieten. Herdenschutzzäune für Schafe, Rinder und Pferde werden zu 100 Prozent gefördert. Ausgehend von der Fläche und Tierzahl können bis zu 30.000 Euro bewilligt werden“, erläuterte Elke Steinbach. Entsprechende Fördermittel stehen im Land Niedersachsen wieder zur Verfügung. Die Landwirtschaftskammer hilft dabei Anträge auszufüllen und Möglichkeiten der Förderung aufzuzeigen.
Die besuchte Musterfläche vom Landwirt Gellermann, die etwa acht Hektar groß ist, war mit einem Herdenschutzzaun mit sechs Drähten und einer Höhe von 1,30 Metern eingezäunt. Der Zaun wurde bezuschusst. Auf Nachfrage stellte Gellermann jedoch klar, dass für den Aufbau und die notwendige zusätzliche Pflege weder die Maschinen- noch die Personalkosten übernommen werden. „Derzeit ist der Bodenbewuchs noch frisch. Es ist aber davon auszugehen, dass in Zukunft alle vier Wochen unter dem Zaun gemäht werden muss. Der Zeitansatz für diese Wiese, mit einer Größe von acht Hektar, wird bei zwei bis drei Stunden pro Mähvorgang liegen“, erklärt der Landwirt.
Finn Ahrens, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund und gleichzeitig Wolfsberater, erläuterte das Antragsverfahren zur Wolfsentnahme. Ebenso standen Vertreter der Forstwirtschaft bereit, um Fragen rund um die Genproben zu beantworten.
„Wichtig im Falle eines Wolfsrisses ist, dass der Schaden gemeldet wird. Die Rissbegutachtung von Weidetieren erfolgt durch die Bezirksförstereien der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Meldungen von Schäden an ihren Weidetieren melden Sie bitte an die Telefonnummer 0511 / 3665 1500“, forderte Elke Steinbach auf.
