Langeoog - Über zwei Anträge zum Thema Nachhaltigkeit wurde positiv in der jüngsten Ratssitzung auf Langeoog abgestimmt. Es ging um eine Erneuerbare-Energien-Initiative in der Kommune sowie um die umweltgerechte, soziale und wirtschaftliche Gestaltung bei Auftragsvergabe und Beschaffung seitens der Inselgemeinde.

Ratsherr Michael Recktenwald wies bezüglich der Bedrohung durch den Klimawandel und die geplante Erneuerbare-Energien-Initiative auf den aktuellen Report des Weltklimarates (IPCC) hin und betonte die Wichtigkeit des globalen Einsatzes für die Energiewende. Uwe Garrels befürwortete den Antrag, sagte aber zugleich, dass „nationale Sicherheit nicht Aufgabe der Inselgemeinde Langeoog sein kann“, man müsse die „Aufgabe praxisnah bewältigen“, ein „Zusammensetzen mit Vertretern der EU“ sei nicht sinnvoll, man müsse die Menschen „vor Ort erreichen“.

Bärbel Kraus betonte, dass der Austausch auf allen Ebenen wichtig sei und bereits seit Jahren erfolge, er diene auch als Grundlage für die Arbeit des künftigen Klimamanagers der Inselgemeinde. Es läge auch an den Kommunen, die Energiewende herbeizuführen. Bürgermeisterin Heike Horn stimmte Uwe Garrels zu, dass „Pragmatismus in der Umsetzung“ im Vordergrund stehen müsse. Bezüglich der nachhaltigen Auftragsvergaben und Beschaffungswege warf Uwe Garrels erneut ein, dass einfache, praxisnahe Umsetzbarkeit hier im Vordergrund stehen müsse, zumal „die wenigsten Akteure in den Lieferketten auf der Insel leben“.

Auch gab er zu Bedenken, dass „die Einhaltung seitens der Inselgemeinde nicht überprüft werden könne“. Zudem sei „weniger mehr“ und „Verzicht wichtiger als Neuanschaffungen“. Man solle verstärkt überlegen, „was man wirklich braucht“.

Kämmerin Cornelia Baller erläuterte, dass sich eine Unterscheidung in der Buchhaltung zwischen nachhaltigem und konventionellem Wirtschaften nur schwer darstellen ließe. „Auf diesen Zusatz hatte ich Wert gelegt“, schloss Bürgermeisterin Heike Horn sich an und betonte, dass die Gemeinde gehalten sei „immer den wirtschaftlichsten Anbieter zu wählen“. Ratsfrau Bärbel Kraus erläuterte, dass sich in Bezug darauf in der Gesetzgebung schon etwas getan hatte; Nachhaltigkeitsaspekte dürften in die Entscheidungen mit einbezogen werden, denn „nachhaltig ist das neue normal“. Bürgermeisterin Heike Horn ergänzte, dass tatsächlich die Kosten in Bezug auf den Gesamtetat (z. B. Büromaterial) um 15 Prozent höher liegen dürfen, wenn es sich um nachhaltige Produkte handelt.