Langeoog - Die Gemeinde Langeoog will das Problem des fehlenden Mietwohnraums auf der Insel angehen. Darum ging es am Donnerstagabend in der Ratssitzung. Dringend benötigt werde vor allem Wohnraum für Personal.
Konkret sollen weitere Wohnungen auf dem ehemaligen Internatsgelände gegenüber der Inselschule entstehen. Hier hat die Wohnungsbaugenossenschaft „Uns Oog“ bereits 34 Wohnungen gebaut. Jetzt soll das restliche Gelände geplant werden. Dazu hatte der alte Inselrat bereits im Februar 2020 einen Beschluss gefasst, einen Städteplaner dafür zu beauftragen. Der Beschlussvorlage zufolge sei das wegen der Corona-Pandemie und der Entwicklung der Genossenschaft zunächst zurückgestellt worden.
Projektgesellschaft
Ein Antrag von Uwe Garrels im Bauausschuss im Dezember hat dieses Thema nun wieder ins Rollen gebracht. Der Bebauungsplan sieht für das Gelände durchlaufend überbaubare Grundstücksflächen vor. Der Genossenschaft liegen zudem Grundrisse vor, die das Planungsbüro Sprenger von der Lippe für das gesamte Areal erstellt hat. Einiges ist noch unklar. Etwa, ob die gesamte Fläche oder einzelne Bereiche geplant werden, ob diese Grundrisse übernommen werden, und welche Form die Wohneinheiten annehmen sollen. Der Gemeinderat möchte eine Projektgesellschaft beauftragen, die die gesamte Planung für die Bebauung an dieser Stelle übernimmt. Dabei werden vor allem Gesellschaften gesucht, die schon Erfolge auf anderen Inseln nachweisen können. Der Rat folgte dem Beschlussvorschlag einstimmig.
Diese weiteren Themen wurden in der Sitzung behandelt:
Radfahrverbot
Auf Langeoog wird das Fahrradfahren in der Fußgängerzone in der Saison weiterhin untersagt. Das Verbot gilt von 10 bis 20 Uhr von Beginn der Osterferien bis zum Ende der Herbstferien.
Der Einzelhandelsverband hatte beantragt, das Verbot auf die Hochsaison, von Mitte Juni bis Mitte September, zu beschränken. Dem folgte der Rat nicht.
Musik
Der Rat stimmte zudem dafür, das Abspielen von leiser Hintergrundmusik in der Außengastronomie zu erlauben. Die Musik darf unbeteiligte Personen dabei nicht stören und nur bis 22 Uhr abgespielt werden.
GEschäftsordnung
Die Ratsmitglieder stimmten außerdem einstimmig für die neue Geschäftsordnung der Inselgemeinde. Es waren zwei Änderungen vorgenommen worden: Zum einen müssen Detailfragen von Einwohnerinnen und Einwohnern spätestens drei Tage vor der Sitzung schriftlich gestellt werden, wenn sie in der Sitzung beantwortet werden sollen. Sonst werden sie in der folgenden Sitzung beantwortet. Die Verwaltung soll sich so angemessen vorbereiten können. Zum anderen werden Protokolle von Ausschüssen, die selten tagen, nicht in der nächsten Ausschuss-, sondern der nächsten Ratssitzung genehmigt. Stimmberechtigt sind dabei nur die Ausschussmitglieder.
Gedenken an ukraine
Ralf Heimes, Allgemeiner Vertreter, gab zudem mehrere Eilentscheide der Verwaltung bekannt. Bärbel Kraus (Grüne) regte an, die Dächer der Liegenschaften der Gemeinde auf die Eignung für Photovoltaikanlagen bzw. Solarthermie zu prüfen.
Zu Beginn der Sitzung erhoben sich alle Ratsmitglieder zu einem Moment der Stille in Gedenken an die Ukraine.
