Langeoog - Die Diskussionen um die Zukunft des Kurviertels auf Langeoog gehen in die nächste Runde. Nachdem der Landkreis in einem Gespräch Ende Januar der Idee eine Absage erteilt hatte, Wohnungen auf den Dächern von Haus der Inseln und Kur- und Wellnesscenter zu bauen und zu vermarkten, muss es nun vorangehen.
Haus der Insel
Die konkrete Ermittlung, inwiefern die Fläche auf dem Haus der Insel zu nutzen ist, wollte der Betriebsausschuss jedoch noch nicht in Auftrag geben. Stattdessen einigten sich die Mitglieder darauf, zunächst am 22. Februar – dann trifft sich der Rat ohne die Verwaltung – eine Grundsatzentscheidung zu treffen, wie es weitergehen soll. Dabei kam wiederholt zur Sprache, dass alle Beteiligten wünschen, die Bürgerinnen und Bürger der Insel in die Überlegungen mit einzubeziehen. Inselbürgermeisterin Heike Horn warnte jedoch davor, die Langeoogerinnen und Langeooger „in die Irre zu führen“. Es sollte nicht suggeriert werden, dass ein Beschluss der Mehrheit auf der Insel automatisch umgesetzt werde – es gelten vorrangig die Vorgaben des Entschuldungsvertrages.
Expertenmeinungen
Einstimmig beschloss der Betriebsausschuss allerdings, den Tourismus-Service Langeoog damit zu beauftragen, Partner zu finden, die mit Rat und Verwaltung gemeinsam ein Gesamtkonzept für den Tourismus-Service auf der Insel erarbeiten sollen. Das soll eine Veranstaltung mit verschiedenen Experten als Referenten sein. Das Projekt soll noch im ersten Halbjahr 2022 starten, deshalb sollen mögliche Referenten sofort angefragt werden, auch wenn die Grundsatzentscheidung des Rates zum Kurviertel noch aussteht.
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Längere Diskussionen gab es über die Verbesserung der Abfertigung der Langeoog-Card am Bahnhof. 2021 ist die Kontrolle der Langeoog-Card an den Bahnhof verlegt worden. Hintergrund war die geplante Onlinebuchbarkeit und die fahrtgenaue Buchung. Der Gast erhält nach der Kontrolle eine Boardingkarte, die er am Hafen vorlegt. So werden keine Gäste mehr ohne Fährticket erst am Hafen abgefertigt. Das habe Kontrollzeiten dort verkürzt. Das Problem: An Tagen mit vielen Gästen entstehen lange Schlangen. Dem Betriebsausschuss lagen zwei mögliche Varianten vor, wie die Ströme am Bahnhof besser geregelt werden könnten. Eine davon sieht eine Umgestaltung des Bahnhofsplatzes vor, indem ein Teil der Fahrradstellplätze in den Park versetzt werden. Der andere löst die Situation ohne eine Umgestaltung. Letztere Lösung beschloss der Ausschuss, über Ostern auszuprobieren und dann Bilanz zu ziehen.
Ebenfalls diskutiert wurde, die Abfertigung an solchen Tagen zum Teil an den Hafen zu verlegen. Dagegen plädierte unter anderem Tourismuschef Nils Jenssen. Er argumentierte, dass am Hafen dafür die Infrastruktur fehle. Zudem sei direkt am Schiff deutlich mehr Gedränge als noch am Bahnhof.
Hubschrauberlandeplatz
Was den Hubschrauberlandeplatz anging, gab es zwischen Verwaltung und Ratsmitglied Ines Mühlinghaus (Bürgerliste Langeoog) verschiedene Informationen von der Luftraumaufsicht. Einig ist man sich darüber, dass der Platz grundsätzlich bestehen bleiben soll. Die günstigste Variante soll gewählt werden.
Einstimmig beschlossen wurde zudem die Erhöhung der Preise im Kur- und Wellnesscenter um zwischen vier und zehn Prozent. Grund ist, dass der Tourismus-Service wirtschaftlich arbeiten muss. Klappt das durch die Preiserhöhung, müsse nicht auch der Gästebeitrag angehoben werden.
Anträge der Grünen
Die Gruppe Bündnis 90/Die Grünen OV Langeoog-Recktenwald hatte verschiedene Anträge eingebracht. Der Ausschuss beschloss, den Antrag auf Erstellung einer Baumschutzsatzung zur Beratung an den Bauausschuss zu geben. Des Weiteren sollen spezielle Sammelbehälter für Zigaretten geprüft und erneut vorgestellt werden. Zudem gab der Ausschuss den Antrag, die Straßenlaternen sukzessive auf LED/Solar-Technik umzustellen, an den Rat.
Der Ausschuss beschloss außerdem die Vergabe für eine mobile Hebebockanlage für Schienenfahrzeuge an Autolift GmbH für 36 800 Euro.
