Langeoog - „DIE Natur-Sport-Insel fürs Leben“ – diese Vision für Langeoog hat die Unternehmensberatung Project M am Montagabend vorgestellt und als Leitthemen „Natur & Nachhaltigkeit“, „Sport & Aktivität“ und „Unterhaltung & Miteinander“ empfohlen. Dies basiere auf den Charakterwerten „Natürlich echt“, „sportlich aktiv“ und „miteinander lebendig“, die sich nach umfangreichen Analysen auf Basis von Interviews, Workshops und Befragungen heraus kristallisiert hätten.
In einem zweieinhalbstündigen Vortrag mit etwa 100 Folien bildete Projektleiterin Dr. Katja Zielke den bisherigen Prozesses der Entwicklung eines Zukunftskonzeptes für das Kurviertel als Teil einer Tourismusstrategie ab. Aus Vision, Leitthemen und Charakterwerten wurden dabei auch Konzeptideen für das Kurviertel abgeleitet, die gemeinsam mit einer Steuerungsgruppe der Insel entwickelt worden waren.
Großes Interesse der Bürger
Das Interesse der Bürger und Bürgerinnen der Insel war sehr groß, das zeigte sich an der Zahl, der großen Aufmerksamkeit und auch an den wenigen Fragen, die gestellt wurden. Die umfangreichen Informationen müsse man nun verarbeiten, bevor im März eine Klausurtagung mit Rat, Verwaltung und Steuerungsgruppe stattfinde, in der über die Ergebnisse beraten werde.
Um die Akzeptanz durch eine weitere Bürgerbeteiligung zu erhöhen, wurde den Einwohnerinnen und Einwohnern aus dem Plenum empfohlen, die am weiteren Prozess Beteiligten des Vertrauens aus Rat und Verwaltung mit Anregungen, Ideen und Kritik anzusprechen. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Heike Horn hatte Tourismusmanager Nils Jenssen die Anwesenden auf den Vortrag eingestimmt. Es gelte, Langeoog für Gäste und für die hier lebenden Menschen gleichermaßen attraktiv zu gestalten. Die Stärken sollten wieder hervor geholt und mit Leistungen unterfüttert werden.
Dieser dritte Prozess nach 2008 und 2015 sei notwendig geworden, da die damals erarbeiteten Konzepte nie umgesetzt wurden. Es gehe im jetzigen Schritt um ein neues mögliches Profil und nicht um den Verkauf oder Erhalt von Liegenschaften oder die Finanzierbarkeit, das müsse später entschieden werden. Dr. Zielke gab dann einen Überblick über die bereits im Sommer 2022 vorgestellten Ergebnisse der Analysephase mit den Einschätzungen und Erwartungen von Gästen und Insulanerinnen und Insulanern.
Hohes touristisches Potenzial
Die Insel habe ein hohes touristisches Potenzial, biete viel Sport, sei erste Fairtrade- und Musik-Insel und habe viele Stammgäste, zu denen ein enger Kontakt bestehe. Es fehle ein klares Profil und es gebe einen großen Investitionsstau, zu wenig Wohnraum und Hotels und die Gastronomie sei unterrepräsentiert. Anspruch an das Kurviertel sei ein Leuchtturmprojekt als zentraler multifunktionaler Anlaufpunkt, Anker und Ort der Verbindung. Daraus wurden Leitthemen entwickelt (siehe Infokasten). Nils Jenssen teilte mit, dass als nächster Schritt nach der Finalisierung der Positionierung und potenziellen Nutzungsmöglichkeiten eine Klausurtagung von Rat, Verwaltung und Steuerungsgruppe geplant sei, bevor es dann Ende März eine Abschlusspräsentation des Tourismuskonzeptes geben werde. Heike Horn erinnerte an die finanzielle Situation der Kommune und dass das Land Niedersachsen wegen des Entschuldungsvertrages das letzte Wort habe.
So soll Langeoog touristisch aufgestellt werden
Das sind die Leitthemen: „Natur & Nachhaltigkeit“, „Sport & Aktivität“ und „Unterhaltung & Miteinander“. Auf Langeoog sei Sport im Einklang mit der Natur individuell und als Gemeinschaftserlebnis möglich. Hinzu stellen Begegnungen von Gästen und Menschen bei Sport, Musik und Freizeit auf der Insel für beide Seiten einen Mehrwert dar.
Die Planung:Die Kernthemen seien teilweise schon recht gut abgedeckt, das klare Profil als Leitfaden fehle aber noch. Diese Leitthemen fänden sich auch in den aktuellen Megatrends, führte Dr. Zielke aus. Das Bedürfnis nach Miteinander – nicht nur digital – sei durch Corona bewusster geworden, in dieser Zeit hätten aber auch viele die Natur für sich wieder entdeckt und die Gesundheit als Fundamentalwert sei bewusst geworden.
Die Standorte:Zur Aktivierung der Leitthemen im Kurviertel als Anker wurde eine Erlebnisraumplanung angeregt. Ziel sei die durchgängige Aufwertung. Betrachtet wurden dabei die Liegenschaften Sportzentrum, Erlebnisbad mit neuem KWC, Spöölstuv, KWC (alt), Haus der Insel und auch benachbarte Flächen. Aufgezeigt wurde an zahlreichen Beispielen, wie die Leitthemen an den Standorten platziert und entwickelt werden können.
Der Sport benötige In- und Outdoorangebote unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für alle Altersgruppen am Strand, auf Freiflächen, in der Halle und im Erlebnisbad. Dabei könnten auch Aspekte der Unterhaltung und Edutainment verknüpft werden.
Das Haus der Insel könne ein multifunktionaler Ort der Gemeinschaft für Gäste und Insulaner und Insulanerinnen werden mit Konzerten, Ruhezonen, Museen, Kreativangeboten, Werkstätten, Kursen und als Ausgangspunkt für Führungen und Radtouren.
Die Spöölstuv biete ein gutes Angebot für Kinder von drei bis elf Jahren, hier sei auch spielerisches Lernen, Musik, Theater, Sport, Experimentieren und Kochkurse auch für ältere Kinder und Jugendliche möglich.
