Langeoog - Ein Rückblick auf die Saison 2022 und ein Ausblick auf das begonnene Jahr standen in dieser Woche im Mittelpunkt des Tourismus-Ausschusses auf Langeoog. Im Rahmen dessen hat Tourismusmanager Nils Jenssen deutliche Verbesserungen der Services für Vorbesteller angekündigt.
Strandkorb früh buchen
Mit der Einführung einer digitalen LangeoogCard, die im Laufe des Jahres erfolgen soll, werden nicht nur die vierwöchigen Fristen für Bestellungen entfallen, die durch den Postversand notwendig waren, Feriengäste können dann auch spontan Fährtickets und Strandkörbe buchen und erhalten schon vor der Anreise ihre Strandkorbnummer im gewünschten Strandabschnitt. Ein Anstehen am Strandkorb-Service-Container sei dann nicht mehr nötig.
Digitaler Reiseführer
Neu ist auch ein digitaler Reiseführer, in den sich Gastronomie, Einzelhandel, Fahrradverleiher und weitere Dienstleister der Insel kostenlos eintragen können. Die App kann aufs Smartphone geladen werden und und biete viele Angebote rund um den Urlaub auf Langeoog.
Die Veranstaltungsplanung für das neue Jahr ist schon recht weit, die Insel biete wieder ein buntes Programm, in das der Strand stärker einbezogen werden soll. Gespräche mit Veranstaltern für Strandpartys würden bereits laufen, teilte Jenssen mit.
Vor-Corona-Zahlen
Rückblickend berichtete er, dass 2022 die Vor-Corona-Gästezahlen trotz Ukraine- und Energiekrise fast wieder erreicht wurden. 234 000 Gäste seien für 1,54 Millionen Übernachtungen nach Langeoog gekommen, das sei ein Rückgang von etwa fünf Prozent. Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr sei das Zweite „sehr gut“ gewesen. Außergewöhnlich: Im September seien mehr Gäste auf der Insel gewesen als im Sommer. Über den Jahreswechsel gab es jedoch ein deutliches Minus von 27 Prozent. Ungebrochen ist der Trend zu immer kürzeren Aufenthalten, im Schnitt blieben die Gäste 6,6 Tage auf der Insel. Ob das neue Kur-Wellness-Center (KWC) bis Ende des Jahres fertig wird, sei noch nicht gesichert, teilte Jenssen mit. Es habe Verzögerungen durch fehlende Anbieter von Gewerken gegeben. Wenn das Haus dann verfügbar sei, gebe es für Gäste eine „tolle Perspektive“ für Wellness, Baden, Sauna und Gastronomie. Die neue Aufgusssauna werde zur Zeit aufgebaut, die Betonsanierung im Keller wird im April fortgeführt.
Tourismuskonzept
Zur Erstellung eines neuen Tourismus-Konzeptes, das zur Zeit von der Firma Project M begleitet wird, fasste Nils Jenssen den Kern der Präsentation von Mitte Januar zusammen. Die bisherigen fünf Säulen werden durch die Bereiche Sport & Aktivität, Natur & Nachhaltigkeit und Miteinander & Unterhaltung ersetzt, wodurch einige der aktuellen „Megatrends“ bedient werden. Bärbel Kraus (Grüne) wies darauf hin, dass es zum Thema Nachhaltigkeit deutlichen Nachholbedarf gebe.
Herausforderungen
Besonders herausfordernd seien die Themen Personalbindung, Wohnraum und Kostenentwicklung. Jenssen kündigte an, dass durch die Verlängerung der bundesweiten Energiesicherungsmaßnahmen der Wasserturm und das Rettungsboot bis Mitte April nicht beleuchtet würden und das Foyer des Hauses der Insel unbeheizt bleibe.
Wirtschaftlich sinnvoll
Michael Rechtenwald (parteilos) appellierte, im Angesicht von zu wenig Mitarbeitenden und der wirtschaftlichen Situation, über geringere Gästezahlen nachzudenken. Eine Profilschärfung sei auch wirtschaftlich sinnvoll, man könne nicht alle Gästegruppen zufrieden stellen. In seinem Restaurant Seekrug habe sich das eigene klare Profil sehr positiv ausgewirkt.
Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) entgegnete, dass man das Rad nicht neu erfinden müsse, es gelte die vorhandenen Stärken der Familien- und Sportinsel Langeoog weiter zu entwickeln und man dürfe die Stammgäste nicht verprellen. „Wir müssen es gut machen“ sei das Geheimnis für erfolgreichen Tourismus.
Der Tourismusausschuss entschied zudem, die Nutzung des Logos des Tourismus-Service-Langeoog durch Dritte über einen Markenlizenzvertrag zu regeln und damit eine einheitliche Verwendung des Logos entsprechend der Gestaltungsrichtlinien sicher zu stellen.
