Langeoog - Immer wieder ist in der Sitzung des Gemeinderates der Insel Langeoog angemahnt worden, dass ein Konzept für die Zukunft des Kurviertels nötig ist. Daraus entwickelte sich eine Diskussion.
Kämmerin Cornelia Baller hatte aus der Genehmigungsverfügung des Landkreises für den Haushalt zitiert. Nachdem das Interessenbekundungsverfahren abgebrochen wurde, hatte es eine Zielvereinbarung für das Kurviertel gegeben. Für dessen Einhaltung nicht benötigtes Vermögen müsse verkauft werden. Dafür sei ein Konzept notwendig.
Jan Martin Janssen (Union für Langoeog) erinnerte daran, dass Landrat Holger Heymann im Januar gesagt habe, der Verkauf des Hauses der Insel werde nicht gefordert, wenn es für ein schlüssiges, tragfähiges Konzept benötigt würde. Auch Rüdiger Schmidt (Bürgerliste Langeoogers) sagte, dass ein Konzept für den Tourismus-Service bis 2030 erstellt werden müsse. Verkäufe seien dann nicht unbedingt nötig.
Weitere Themen der Sitzung:
Der Rat hat den Gästebeitrag angehoben. Ab Januar 2023 beträgt dieser 4,20 Euro. Der Tourismusbeitrag für die Betriebe der Insel ist rückwirkend zum 1. Januar auf 3,11 Prozent festgesetzt worden.
Das ordentliche Jahresergebnis von 820 000 Euro und das außerordentliche Ergebnis von 597 000 Euro werden den Rücklagen aus Überschüssen zugeführt.
Einstimmig entschied man, die von Bündnis 90/Die Grünen/Recktenwald eingebrachte Baumschutzsatzung zurückzustellen und die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED/Solar zunächst nicht weiter zu verfolgen und nur in Einzelfällen zu prüfen.
Ein Antrag von Rüdiger Schmidt (Langeoogers) auf Erschließung eines neuen Gewerbegebietes Melkerpad wurde an den Bauausschuss verwiesen. Die Verwaltung wies auf die Einschränkungen im Bebauungsplan und die zu erwartenden hohen Erschließungskosten hin. Rüdiger Schmidt zeigte sich entsetzt, dass der B-Plan von 2008 keine Betriebswohnungen zulasse. Hier könnten zwölf Grundstücke mit je 700 Quadratmetern mit Hallen bebaut und darin auch Wohnungen geschaffen werden. Er schlug vor, zunächst den B-Plan zu ändern.
Uwe Garrels stellte in Frage, ob genügend Unternehmer dafür gefunden werden könnten und Ralf Heimes wies darauf hin, dass die Entwicklung des Internatsgeländes für Dauerwohnen höchste Priorität habe. Jan Martin Janssen schlug vor, zunächst eine Umfrage unter den Betrieben nach dem Bedarf durchzuführen. Die Idee sei gut, aber die Ergebnisse seien oft nicht aussagekräftig, gab Bürgermeisterin Heike Horn zu bedenken.
Zum Ende der Sitzung sprach die Bürgermeisterin Äußerungen in den Sozialen Medien an, die Mitarbeitende der Schifffahrt als belastend empfänden. Dabei seien zum Beispiel Gesetze, wie die Karfreitagsregelung infrage gestellt worden. Sie appelliert an den Anstand und bei der Wahrheit zu bleiben.
