Langeoog - Der Alltag an der Inselschule sah in vergangenen Wochen anders aus. Es standen nicht Deutsch, Mathe und Englisch auf dem Stundenplan. Stattdessen konnten sich immer zwei Klassen zusammen spielerisch ausdrücken. Mit dem Theaterpädagogen Stefan Falk-Jordan kamen neue Ideen und viel Spaß am Theaterspielen nach Langeoog.
Vorher wurden 100 Papphocker bestellt, die – fertig aufgebaut – für ein stetig wechselndes Bühnenbild sorgten. Mal wurden sie als Tresen genutzt, mal stellten sie einen Strandkorb dar, wurden ein Aufnahmestudio und vieles mehr. Und über das Projekt hinaus werden sie in den folgenden Kunststunden zu einem individuellen Sitzmöbel gestaltet.
Angefangen hatte alles damit, dass der Karlsruher Theaterpädagoge, der schon früh eine große Liebe zu Nordseeinseln entwickelte, Kontakt zur Inselschule Langeoog aufgenommen hatte. Während in Baden-Württemberg Pfingstferien sind, wollte er sich mit seinen Ideen einbringen. Lehrerin Petra Ahrenholz war gleich begeistert und kümmerte sich um die Koordination. So musste ein extra Theaterstundenplan erstellt werden. Während der Vorbereitungsphase gab es für alle Klassen ein übergeordnetes Thema, zu dem sie ihre Theaterideen entwickeln konnten: „Wandel“. Tipps vom Profi gab es auch genügend: Wo steht man am besten auf der Bühne? Was mache ich, wenn jemand zu leise spricht oder sogar seinen Text vergessen hat? Für solche und weitere Fallstricke hatte Stefan Falk-Jordan die passenden Rezepte parat, sodass niemand das Gefühl haben musste, allein gelassen zu werden, schreibt die Inselschule in einer Mitteilung.
Als die Aufführung näher kam, musste kurzfristig umgeplant werden. Einige Schüler und Lehrer fielen coronabedingt aus. Eine Stunde lang gab es vier Stücke zu erleben. Während die Klassen 1 und 2 den Wandel der Jahreszeiten thematisierten, mit allen Vor- und Nachteilen, die Sommer und Winter auf Langeoog zu bieten hat, ging es bei den Klassen 3 und 4 um den Wandel bei Freundschaften. Die Klassen 5 und 6 zeigten einen Blick in den Schulalltag. Aus dem Leben gegriffen ging es darum, warum nicht deutschsprechende Schüler ein Handy benutzen dürfen, andere dafür aber Ärger bekommen. Für die Klassen 7 und 8 stand von Anfang an fest, dass es ein lustiges Stück werden sollte. Und so nahmen sie die Zuschauer mit auf einen Blick hinter die Aufnahmekulissen.
