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Mitgliederschwund und Überalterung Chor Frohsinn aus Blersum löst sich auf

KLaus Händel

Blersum - Die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores Frohsinn hatten auf ihrer letzten Jahreshauptversammlung beschlossen, den Chor zum Jahresende 2022 aufzulösen. „Bedingt durch Corona – der Chor hat seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr gesungen – Mitgliederschwund und Überalterung haben wir uns schweren Herzens zu dieser Entscheidung durchgerungen“, sagte Vorsitzender Bernhard Neunaber Freitagnachmittag zu Beginn eines Treffens im Dorfgemeinschaftshaus Blersum.

Vereinskasse wird gespendet

Dazu eingeladen waren neben den Mitgliedern der Vorsitzende des Posaunenchores Blersum Heiko Schipper mit Kassenwartin Anke Lessig sowie der Vorsitzende des Bürgervereins Blersum-Leepens Janic Wiechmann. „Wir hinterlassen keine Schulden. Beide Vereine erhalten unser Restguthaben zu gleichen Anteilen, jeweils 1380 Euro“, sagte Neunaber.

Rückblickend erklärte er: Der Chor wurde am 26. Oktober 1926 gegründet, obwohl der Chor Harmonie bereits bestand. 41 Gründungsmitglieder seien zu verzeichnen gewesen. Zum Chor Harmonie habe jedoch kein gutes Verhältnis bestanden. So habe man 1931 beschlossen, die Chormitglieder dieses Chores nicht zum Gastabend einzuladen. Und 1934 sei der Versuch, beide Chöre zu einem Klangkörper zu vereinen, schließlich daran gescheitert, dass beide Chöre den Vorsitzenden stellen wollten. „Harmonie war der ältere – Frohsinn der stärkere“, erklärte Bernhard Neunaber.

Seit der Gründung hatte der Gemischte Chor Frohsinn acht Chorleiter: Heinrich Backmeister, Heinrich Goldschmidt, Rudolf Ueberschär, Günter Noelle, Monika Stockhausen, Birgit Meyer, Gabriele Stolzenburg-Mühr und zuletzt Michael Neuhaus. Zwischenzeitlich half der damalige Leiter des Posaunenchores, Johannes Janssen, immer wieder aus.

„Insgesamt wurden das etwa zehn Jahre“, erinnerte Dini Janssen, die dem Chor seit vielen Jahren angehört und mit 92 Jahren bis zur Auflösung ältestes Mitglied war. „Der Chor war mein Leben“, sagte sie.

Der schönste Abendder Woche

Der Donnerstagabend, der Übungsabend des Chores bei Zymny, sei für sie immer der schönste Abend der Woche gewesen. Neben dem Gesang bot der Chor immer auch die Gelegenheit zum Austausch und Klönsnack. „Das fehlt jetzt. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen“, sagte die 92-Jährige.

Der Verein durchlebte Höhen und Tiefen. Unvergessen seien die Gastabende und sonstigen Auftritte bei befreundeten Chören, bei Sängerfesten der Kreisgruppe des Ostfriesischen Chorverbandes bei Ehejubiläen und mehr, erklärte Bernhard Neunaber. Auch an gemeinsame Ausflüge denke man jetzt gerne zurück, seien es Fahrten nach Rügen, an die Mosel, in den Spreewald oder zu anderen Zielen. „Die Fahrt in den Spreewald ragt aus allen Unternehmungen heraus“, betonte der Vorsitzende. Im Rahmen einer Besichtigung habe der Chor die Gelegenheit gehabt, in der Semperoper in Dresden das „Morgenrot“ zu singen.

„Danke“ im Namen des Chores sagte Jürgen Sohre, ehemaliger Vize des Chorverbandes Ostfriesland, den Vorsitzenden Bernhard Neunaber und Klaus Saltzwedel sowie Chorleiter Michael Neuhaus mit kleinen Präsenten. Neunaber sei der „Kapitän auf der Brücke“ gewesen und habe den Chor gut geführt. Michael Neuhaus habe den Chor zehn Jahre geleitet und ihn mit modernem Liedgut, unter anderem bei den Adventskonzerten, nochmals zu Höchstleistungen geführt. Die Übungsabende unter seiner Leitung und viele Auftritte mit Spaß und Freude blieben unvergessen.

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