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Rentner aus Müggenkrug Vier Männer, vier Trecker und zehn Tage


Überprüft und zur Abfahrt bereit zeigen sich von links Hinrich Wiemers aus Aurich Oldendorf, Gerhard Schoon Müggenkrug, Wilhelm Friedrichs Ardorf und Johann Christians Müggenkrug mit ihren Oldtimern.
Wolfgang Kaul

Überprüft und zur Abfahrt bereit zeigen sich von links Hinrich Wiemers aus Aurich Oldendorf, Gerhard Schoon Müggenkrug, Wilhelm Friedrichs Ardorf und Johann Christians Müggenkrug mit ihren Oldtimern.

Wolfgang Kaul

Müggenkrug - Vor zwei Jahren durch die Pandemie ausgebremst, sind die Oldtimerfreunde mit ihren vier Traktoren um Wilhelm Friedrichs aus Ardorf in diesem Jahr nicht mehr zu bremsen. Am Himmelfahrtstag startet die Gruppe erneut in Müggenkrug – als Wohngemeinschaft auf Zeit, für zehn Tage.

Jeder mit seinem Oldtimer-Traktor und angehängtem Wohnwagen, wollen die vier Senioren Norddeutschland genießen. Schnell kann jeder, aber mit 16 bis 17 km/h durch die norddeutsche Tiefebene zu fahren und die Schönheiten der Landschaft auf sich einwirken zu lassen, kann man nur mit Traktoren, ist der Zuhörer überzeugt, wenn man den Vorstellungen diesen vier Idealisten zuhört.

Penibel wurde die Route vorgeplant

Wilhelm Friedrichs hat die Fahrt ausgearbeitet und der Rest der Gruppe vertraut seinen Vorbereitungen. Erst am Computer geplant, hat er die gesamte Strecke mit dem Auto abgefahren. „So erhält man verlässliche Daten. Eine Kraftfahrstraße war im Netz nicht als solche zu erkennen. Da hätten wir mit unseren Oldtimern Probleme bekommen“, denkt Friedrichs an die Zeit der Vorbereitung. Aber auch die Übernachtungen sind vorbereitet. Für jede Nacht sind bereits Stellplätze auf Campingplätzen reserviert. Dem Zufall soll so wenig wie möglich überlassen werden.

Dementsprechend ist auch der Zustand ihrer Traktoren. Bis auf eine Ausnahme wird auf die Marke Eicher geschworen. Mit 13 PS, bei dem Typ Leopard sogar mit 15 PS, Baujahr 1957 beziehungsweise 1964, steht ein zuverlässiges Fahrzeug zur Verfügung. Lediglich Hinrich Wiemers mit seinem 40 PS starken John Deere und Baujahr 1977 fällt hier etwas auf. Wer jedoch den Spruch von Oldtimer-Begeisterten kennt, „das Fahrzeug leckt nicht, sondern markiert nur seinen Bereich“ wird beim Anblick der vier Traktoren enttäuscht. Als ob sie gerade das Werk verlassen haben stehen die Fahrzeuge für die über 700 Kilometer lange Ausfahrt bereit.

Über Jade, wird es nach Gnarrenburg über Hasefeld an den südlichen Rand der Großstadt Hamburg gehen. Der Rückweg führt von Heidenau, Hasendorf und Bassum wieder in die heimatliche Gefilde wie Hatten und Westerstede zurück nach Müggenkrug. „Unsere Familien können uns dann im Laufe des Tages am 5. Juni erwarten“, planen die Vier.

Die Truppe ist durchaus erfahren

Durchaus erfahren zeigt sich die Truppe vor der Ausfahrt, wie es in Oldtimerkreise auch nennen. „Vor fünf Jahren waren wir bereits 18 Tage unterwegs und haben dabei an die 1000 Kilometer zurückgelegt. Ich habe immer einen Wegeplan, auf dem alle wichtigen Punkte vermerkt sind auf meinem Traktor“, erklärt Friedrichs. „Sich mit einer Geschwindigkeit von 16 km/h zu verfahren, eine Wendemöglichkeit für die vier Gespanne zu finden kostet viel Zeit“, denkt er an seine Planungen. Zumal die Abende im Zeichen der Kameradschaft stehen.

„Es wird gekocht, unser Organisator ist auch dem Kochtopf verpflichtet, das macht er gerne“, darauf weist der Schreiber der Truppe und Gastgeber beim letzten Planungstreffen vor dem Start Johann Christians hin. „Aber bereits nach zwei Tagen haben sich die Abläufe mit Kartoffel- und Zwiebelschneiden eingespielt“, zeigen sich auch Hinrich Wiemers und Gerhard Schoon mit Blick auf ihre anderen Ausfahrten zu Oldtimer-Treffen überzeugt.

Werkzeug prüfen und Keilriemen einpacken

In den letzten Tagen gilt es nur noch, das Werkzeug zu überprüfen, vorsichtshalber ein paar Keilriemen einzupacken und Verpflegung für die ersten Tage zu verstauen. Der Rest kann unterwegs gekauft um dann in den Staufächern der Wohnwagen gebunkert zu werden. „Eier werden notfalls auch gekauft, Hühner werden nicht mitgenommen“, erklärt die Truppe und schmunzel.

Schönes Wetter und kein Unwetter sowie einsichtige andere Verkehrsteilnehmer ist der Wunsch der vier Reisenden und mit einem geplanten Verbrauch von 70 Liter Diesel bewegen sie sich zudem auf einem normalen Oldtimer-Niveau. Den Vieren bleibt nun nur zu wünschen: Eine gute Fahrt und gesunde Rückkehr.

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