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Klimatisierte Lagerräume Damit der Gemäldeschatz in Esens bleiben darf

Im Museum „Leben am Meer“ in Esens gibt es nun klimatisierte Räume, die die alten Bilder und Objekte vor zu großen Klimaschwankungen retten sollen.

Im Museum „Leben am Meer“ in Esens gibt es nun klimatisierte Räume, die die alten Bilder und Objekte vor zu großen Klimaschwankungen retten sollen.

Pia Miranda

Esens - In den Ausstellungsräumen des Museums „Leben am Meer“ werden viele Exponate präsentiert, die die Geschichte der Stadt Esens und Ostfrieslands wiedergeben. Die Sammlung ist jedoch viel größer. Darunter ist auch der Großteil der Wangelinschen Gemäldesammlung. 59 Gemälde der einst 106 Bilder umfassenden Sammlung verwahrt das Museum unter der Leitung von Anke Kuczinski – bis jetzt.

Gemälde bedroht

Denn viele der aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Kunstwerke waren bedroht, wie die Museumsleiterin erklärt: „Unsere Sammlung, die um etwa 10.000 Objekte umfasst, hat bis vor kurzem noch ungeschützt im oberen Stockwerk der Mühle gelagert. Dort herrschen jedoch immer wieder Temperaturschwankungen, die über einen langen Zeitraum die Substanz der historischen Gegenstände angreifen.“ Wenn nichts passiert wäre, hätten die Gemälde, die zur Geschichte der Bärenstadt gehören, dort nicht hätten bleiben dürfen.

Perfektes Klima

Aus diesem Grund hat das Museum und der Heimatverein beschlossen, das Esenser Kulturgut professionell zu schützen. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen, sodass in dieser Woche der Öffentlichkeit ein klimatisierter Lagerraum präsentiert werden konnte. Das heißt, dass in den schon vorhandenen Raum Klimaanlagen eingebaut worden sind und so eine konstante Temperatur hergestellt wird. Anfangs planten die Verantwortlichen einen professionellen abgeschotteten Klimaraum zu installieren. Dies habe jedoch aufgrund der Statik der Denkmalgeschützen Mühle nicht geklappt, berichtet der erste Vorsitzende des Heimatvereins Heiko Willms. „Jetzt sind die Gemälde in guten Händen, und für die Größe unseres kleinen Museums ist das eine wirklich gute Sache.“

Hintergrund

Die Wangelinsche Gemäldesammlung bestand im 18. Jahrhundert noch aus etwa 106 Gemälden. Heute bewahrt das Museum „Leben am Meer“ 59 Gemälde, sechs Gemälde hängen im Rathaus, einige weitere im Gemeinschaftssaal des neuerrichteten Stiftshauses und einige in der Superintendentur Aurich.

In den 1940er-Jahren erfolgte die Umnutzung des Wangelinschen Witwen Stiftes, dem heutigen Esenser Rathaus. Die Sammlung wurde auseinandergerissen und bis zur Mitte der 1990er-Jahre an verschiedenen Orten, ostfrieslandweit verteilt, gelagert. Schließlich ist es gelungen, diese weitgehend erhalten gebliebene Privatsammlung aus dem frühen 18. Jahrhundert wieder nach Esens zu holen.

Dem Erhalt und der Pflege des Esenser Kulturguts haben sich das Museum und der Heimatverein verschrieben. Die Gerhard ten Doornkaat Koolman-Stiftung hat Mitte der 1990er-Jahre die Restaurierung der Sammlung finanziert, und somit zum Erhalt des bedeutsamen kulturellen Erbes der Region beigetragen.

Förderung bekommen

Jedoch auch ein teures Unterfangen. Denn inklusive des Umbaus des Untergeschosses in eine barrierefreie Zone hat die Maßnahme 180.000 Euro gekostet, wobei ein Großteil für die Barrierefreiheit veranschlagt werden musste. Jedoch immer noch 21.000 Euro kostete es, im Obergeschoss Klimaanlagen und eine Gemäldezuganlage zu installieren.

Die Gelder für das gesamte Unterfangen stammen unter anderem vom niedersächsischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft, aber 15.000 Euro kommen gemeinschaftlich von der Volksbank Esens sowie der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Eine Hilfe ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre, betont Willms. Es sei nicht das erste Mal, dass die Bank finanziell unterstützt hätte – „dafür sind wir wirklich sehr dankbar.“

Gemäldezuganlage

„Für uns ist das eine sehr gute Entwicklung“, betont Kuczinski. Auch die Gemäldezuganlage sei „für uns etwas Besonderes. Sie war auch fast das Teuerste am Klimatisierungsprojekt.“ Eine solche Anlage dient dazu, dass die Bilder quasi frei hängen und dadurch die Luft gut zirkulieren kann.

Ein System, das sich nicht jedes Museum leisten kann, viele Häuser jedoch bräuchten, da die Lagerung von historischen Gütern zu den größten Herausforderungen gehört. „Wenn es zu viel Feuchtigkeit gibt, dann schimmeln die Gegenstände. Und wenn es zu wenig Feuchtigkeit gibt, dann bekommen Gemälde zum Beispiel Risse“, erklärt Anneus Buisman vom Heimatverein.

Deswegen herrscht nun im klimatisierten Lagerraum eine konstante Temperatur von 17 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. So können die Bilder der wertvollen Wangelinschen Gemäldesammlung noch lange in Esens bleiben – also da, wo sie hingehören.

Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund
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