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Nahverkehr in Dornum Mit dem „Dorf-Auto“ umsonst durch die Gemeinde – Könnte das bald Realität werden?

Werner Wiggermann
Mit dem Bus kommt man gut durch Dornum, man muss sich aber an Abfahrtszeiten halten. Das könnte sich mit dem „Dorf-Auto“ ändern und verbessern.

Mit dem Bus kommt man gut durch Dornum, man muss sich aber an Abfahrtszeiten halten. Das könnte sich mit dem „Dorf-Auto“ ändern und verbessern.

dpa/Marijan Murat

Dornum - Ein neues Nahverkehrsangebot soll vor allem ältere und körperlich eingeschränkte Dornumer wieder mobiler machen. Das andernorts bewährte „Dorf-Auto“ könnte auch in Dornum eine Lücke schließen – und das Leben in der Gemeinde ein entscheidendes Stück attraktiver machen. „Wenn alles klappt, könnten wir Anfang 2025 mit dem ,Dorf-Auto’ an den Start gehen“, betont die SPD-Ratsfrau und Dorfmoderatorin Anke Alfert.

Wie funktioniert das Auto?

Das System funktioniert durch ehrenamtliches Engagement und kann kurze und mittlere Wege für die Nutzer deutlich flexibler erschließen, als es Bus und Bahn können: Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Wer mitgenommen werden möchte – zum Beispiel zu einer Familienfeier, zu einem Arzttermin, einem Besuch bei Freunden oder auch zum Friseur – der ruft am Vortag der gewünschten Fahrt zwischen 10 und 16 Uhr in der „Dorf-Auto“-Zentrale an und lässt sich einen Termin eintragen.

Linienbus schließt keine Lücken

Mit dem Linienbus ist es nicht möglich, passgenau auf die Wünsche der Fahrgäste einzugehen; nicht einmal, wenn die großen Lücken in den Fahrplänen verdichtet würden, heißt es. Gut möglich also, dass auch zahlreiche jugendliche Fahrgäste die Vorzüge des „Dorf-Autos“ erkennen und nutzen werden. Auch, weil bei dieser Art der Mobilität kein Fahrpreis erhoben wird. Wer will, spendet etwas – und vollbringt damit ebenso eine gute Tat wie der ehrenamtlich lenkende Chauffeur.

Das gute Gefühl bei der „Dorf-Auto“-Nutzung erhält weitere Nahrung durch die Art der zwei Fahrzeuge, die für das System angeschafft werden sollen. Grundsätzlich sollen E-Autos eingesetzt werden. Eine Ladestation soll am Rathaus errichtet werden – und damit auch den Anreiz für private Autofahrer in Dornum erhöhen, sich beim nächsten Autokauf auch für eine E-Variante zu entscheiden. Die Autos sollen so groß sein, dass ein Rollstuhl oder ein Rollator mitgenommen werden kann.

Helfer fehlen

Für den Start werden jetzt noch Helferinnen und Helfer gesucht. Drei Fahrer und zwei Disponenten am Telefon werden gebraucht. Und wer mitmacht, kann sich möglicherweise auch mit einer Ehrenamtskarte belohnen, die die Dornumer Politiker ebenfalls gern einführen würden.

Realisiert werden kann das ganze System mit Ladestation und Fahrzeugen allerdings nur durch Zuschüsse des Landes. Die „Dorf-Auto“-Fans im Dornumer Rathaus hoffen darauf, dass das Bewilligungsverfahren noch in diesem Jahr zum Ziel führen kann. „Wir haben das schon lange auf unserer Agenda“, betont Angela Harm Rehrmann, Vorsitzende der SPD-Fraktion, „jetzt müssen wir es endlich in die Tat umsetzen.“

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