Friedeburg - Von der Hauptstraße aus ist kaum zu erkennen, dass sich hinter dem Friedeburger Rathaus in den beiden denkmalgeschützten Amtshäusern eine der größten Baustellen im Gemeindegebiet befindet: Mit einer Investition von 4,4 Millionen Euro erhält die Verwaltung einen großen zweigeschossigen Neubau.
„Mit dem Fortgang der Arbeiten sind wir zufrieden, auch wenn die Bauaktivitäten für die Mitarbeiter spürbar und hörbar sind“, berichtet Bürgermeister Helfried Goetz. Man habe sich unter anderem aus Kostengründen dafür entschieden, während der Bauphase nicht in alternative Arbeitsräume auszuweichen. Glücklich ist Goetz, dass es bislang zu keinen Problemen bei der Lieferung der Baumaterialien kam. So könne demnächst auch das Dach gedeckt werden.
Fertigstellung offen
Mit einem Termin für die Fertigstellung hält sich der Bürgermeister noch zurück. „Wir gehen aber davon aus, dass Teile der Verwaltung in etwa einem Jahr in die neuen Räume umziehen können.“ Am weitesten sei mittlerweile der ebenerdige Teil für die Polizeistation Friedeburg gediehen, in deren Bereich bereits Spezialfenster eingesetzt wurden. Der Nebentrakt, in dem die Polizisten aktuell ihr Büro haben, soll nach dem Umzug abgebrochen werden. „Im Anschluss kann dort dann der Vorbereich mit den Parkplätzen gestaltet und das Gebäude mit den öffentlichen Toiletten errichtet werden“, kündigt Helfried Goetz an.
Mit der Polizeibehörde seien die Verhandlungen positiv verlaufen, berichtet der Verwaltungsleiter. Ein Mietvertrag für den künftigen Friedeburger Dienstsitz sei aber noch nicht unterschrieben worden. „Ich sehe das aber als reine Formsache.“
Ratssaal verschwunden
Mittlerweile sind parallel erste Arbeiten im Bestandsgebäude angelaufen. So wurde der Ratssaal in dem vor genau 40 Jahren entstandenen Zwischentrakt bereits entkernt, die markante Wandbekleidung mit der Friedeburg-Ansicht abgebaut. Hier entstehen der neue Empfangsbereich und Büroräume. Aktuell wird das Flachdach mit neuer Wärmedämmung versehen und wirkungsvoller abgedichtet.
Laut Goetz gibt es erste Auswirkungen auf die beiden Altgebäude; die umfassende Sanierung soll jedoch erst ab Herbst 2024 angegangen werden. Bei der Heizung im Neubau hat man sich ausschließlich für eine moderne Erdwärmeanlage entschieden. Installierte Photovoltaiktechnik sorgt später für elektrische Energie, deren Erfordernis laut Helfried Goetz wegen der EDV und der vielfachen Beleuchtung nicht unerheblich ist.
Im rückwärtigen Bereich ist ein Garagentrakt für Fahrzeuge der Polizei und der Gemeindeverwaltung ebenso im Bau wie ein verschließbarer Fahrradunterstand für das Rathaus-Personal.
Für Kriseneinsatz
Einen merklichen Baufortschritt sieht Helfried Goetz ebenfalls im benachbarten Feuerwehrhaus, in dem in der früheren Fahrzeughalle ein Multifunktionsraum nach höchsten Ansprüchen entsteht. Die Rolltore sind bereits gegen Fenster-Tür-Elemente ausgetauscht worden. „Diese Mehrfachnutzung ergibt einfach Sinn“, unterstreicht der Bürgermeister. So könnten sich hier die Feuerwehrleute versammeln, und der Bereich mit Nebenräumen diene als repräsentativer Ratssaal.
Eine umfangreiche technische Installation bis hin zur Klimaanlage wird hier auch vorgenommen, weil eine Besonderheit hinzukommt. Der Bürgermeister: „Der Raum kann ebenfalls als sogenannter Stabsraum bei Krisenlagen dienen.“ Neuerungen auf der Seite der Feuerwehr seien die zentrale Kleiderkammer sowie Büros für Ortsbrandmeister und Gemeindebrandmeister. Mit einer Fertigstellung wird im kommenden Frühjahr gerechnet.
