Fulkum - Jahrzehntelang hat das Sport- und Vereinszentrum am Fulkumer Sportplatz dem Leben des Orts eine Heimat gegeben. Aber so wie es jetzt ist, geht es einfach nicht weiter, erklärt Bürgermeister Gerhard Frerichs. Toiletten und Duschen verströmen den angestaubten Charme der 70er-Jahre. Ältere Besucher verzweifeln an kleinen, aber ärgerlichen Treppchen.
Die drei eher konkurrierenden als sich sinnvoll ergänzenden Heizungssysteme sind aus der Zeit gefallen und teuer. Viele Gründe für einen radikalen Schnitt: Ein Neubau soll sämtliche Probleme lösen. Am Dienstag, 14. November, findet dazu ab 18.30 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung des Holtgaster Rates in der „Vereinsklause“ statt.
Neue Räume für Sportler
Der Neubau soll sich direkt an die „Vereinsklause“ anschließen – dafür müsste dann allerdings der ganze Rest des Gebäude-Ensembles am Sportplatz abgerissen werden. Bitter besonders für ältere Fulkumer, die hier noch zur Schule gegangen sind, räumt der Bürgermeister ein. Mit dem ehemaligen Schulgebäude würde fraglos ein attraktives Stück Ortsgeschichte verschwinden. Das weiß auch Rewert Schröder-Higgen, Vorsitzender des SV Fulkum. Ein – im Verhältnis zur Größe des Orts – sehr erfolgreicher Fußballverein mit weiteren Sparten wie Gymnastik, Schwimmen und Kinderturnen.
Der SV könnte und möchte auch gern weiter wachsen. Viele Kinder finden es einfach großartig, hier zu spielen und Spaß zu haben. Zwei Mannschaften im Seniorenbereich nutzen Platz und Räume. Einmal hatte sogar ein auswärtiges Damen-Team mit dem Gedanken gespielt, zum SV Fulkum zu wechseln. Das Interesse war nach einem Blick in die ebenso knapp gemessenen wie ältlichen Duschen, Toiletten und Umkleide-Räumen jedoch schnell erloschen.
Und auch den aktuellen Kickern des SV sind die vorhandenen Anlagen eigentlich längst nicht mehr zuzumuten. Wer als Letzter oder Vorletzter zum Duschen kommt, muss mit kaltem Wasser zufrieden sein. Hinreichende Hygiene ist hier auch nicht mehr zu gewährleisten.
Die Sportklause ist der erhaltenswerte Altbau des Sport- und Vereinszentrums Fulkum.
Ebenerdig für die Gruppen
Mit dem Neubau jedoch, für den der SV Fulkum vor drei Jahren den ersten Anstoß gegeben hatte, soll nun alles sehr viel besser werden. Für die Sportler, aber auch für alle anderen Gruppen, die sich regelmäßig hier treffen. Einen modernen und variablen Konferenzraum sieht die Planung vor. „Und alles wird ebenerdig“, verspricht Gerhard Frerichs. In der Mitte zwischen „Vereinsklause“ und dem neuen „Sport- und Gemeindehaus“ ist ein zeitgemäß ausgestatteter Bereich für Toiletten, Duschen und Umkleideräumen vorgesehen. Gegenüber der alten Bausubstanz würden die neuen Räume vor allem auch eine deutlich bessere Energie-Bilanz bieten können.
Bürgermeister Frerichs rechnet mit Einsparungen in Höhe von über 50.000 Euro im Jahr. Hinzu komme auf der Vorteilsseite auch noch die Möglichkeit, mehr Parkplätze auszuweisen. „Und nicht zuletzt würde der neue Baukomplex auch in Sachen Brandschutz und Rettungswege dringend notwendige Verbesserungen bedeuten“, ergänzt Rewert Schröder-Higgen.
1,12 Millionen Euro Kosten
Zurzeit wird mit Baukosten in Höhe von rund 1,12 Millionen Euro gerechnet. Finanziert werden soll das Ganze unter anderem mit EU-Mitteln. Vereine, Gemeinde und Samtgemeinde sollen und wollen sich ebenfalls engagieren. Falls es grünes Licht für die Förderung durch die EU gibt, soll das ambitionierte Bauvorhaben bereits im Gemeinde-Haushalt für 2024 auftauchen. „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, betont der Bürgermeister.
