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Hier wird rund um die Uhr gebaggert Bauarbeiten im Neuharlingersieler Hafen verzögern sich

Klaus Händel

Neuharlingersiel - Personalangelegenheiten und Berichte zum Geschäftsjahr 2022 sowie ein kurzer Ausblick auf die Vorhaben 2023 standen im Mittelpunkt der Sitzung des Zweckverbandes zur Entwicklung, Unterhaltung und zum Betrieb des Hafens in Neuharlingersiel (Hafenzweckverband / HZV).

Die neu gegründete Neuharlingersiel GmbH ist notariell beurkundet, ins Handelsregister eingetragen und hat inzwischen erste Einnahmen im Hafenbereich generiert, erklärte Verbandsvorsitzender Professor Dr.-Ing. Berend-Otten Reinders vor Mitgliedern und kommunalen Vertretern des HZV. Als erstes Projekt der GmbH sei an einen Parkplatz außerhalb des Hafenbereichs gedacht. Mit der Planung solle schon bald begonnen werden. Grundsätzlich sollen die Einnahmen der GmbH jedoch im Hafenbereich eingesetzt werden.

Auf minus drei Meter

Größtes Projekt in diesem Jahr war und ist die Vertiefung des Hafens. Über die Umsetzung berichtete Diplom-Ingenieur Ulrich Holzenkämpfer, der mit der fachtechnischen Begleitung der Hafen-Ausbaggerung beauftragt ist. Geplant war, den Hafen Neuharlingersiel auf minus drei Meter auszubaggern.

Dazu wurde der Hafen in drei Bereiche unterteilt. Im Bereich vor der Helling haben Bodenproben ergeben, dass der Aushub von 1500 m³ geringfügig belastet ist. Er durfte nicht auf See verklappt, sondern hätte gesondert entsorgt werden müssen. Um das Material vorab zu entwässern, wurde es in Geotex-Schläuchen am Sportboothafen zwischengelagert. In Gesprächen mit der Deichacht Esens äußerte deren Geschäftsführer Meinhard Edzards die Idee, dass man den Aushub vor der Helling sowie den Kleiboden aus dem übrigen Hafen als wertvolles Material für den Deichbau nutzen könne, insgesamt 15 000 m³.

Während einer Unterbrechung der Baggerarbeiten wurde ab dem 30. September eine erneute Baustelle eingerichtet, um etwa 13 500 m³ Baggergut auf einem Spülfeld zwischenzulagern und das Wasser über eine zweite Leitung zurückzuführen.

„Aktuell ist der Baufortschritt nicht so weit, wie geplant“, sagte Holzenkämpfer. Deshalb werde seit dem 28. November im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet. Holzenkämpfer sei zuversichtlich, dass die Baggerarbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein werden. Die Verwertung des Baggergutes durch die Deichacht bezeichnete er als Win-win-Situation für die Umwelt, die Deichacht und den HZV. Die Zusammenarbeit habe Vorbildfunktion für nachfolgende Hafen-Ausbaggerungen.

Freuen könne sich Spiekeroog auf die Schnellfähre „WattenExpress“, die am 17. Dezember im Hafen der Insel getauft werden soll. Als Anleger im Hafen Neuharlingersiel soll ein 20 Meter langes, zwei Meter breites und 1,10 Meter hohes Ponton dienen, das aber erst im nächsten Jahr komme. Und ob die elf Meter lange Zugangsbrücke einer polnischen Herstellerfirma in der 50. Kalenderwoche kommt, sei noch nicht sicher, erklärte Reinders. Als Übergangslösung bot Kutterkapitän Willi Jacobs seine Zugangsbrücke an. Dieses Angebot, wie auch andere Zwischenlösungen, sollen zunächst geprüft werden. „Ein weiteres Ponton für Sportboote ist im Hafen West geplant, inklusive zweier Fingerstege. Sechs Boote sollen dort Platz finden“, erklärte der Verbandsvorsitzende. Das Projekt Beleuchtung im Hafen Ost sei auf 2023 verschoben. Die Nettokosten lägen bei 73 000 Euro, die Förderquote bei 30 Prozent.

Masterplan Kutterhafen

Für den Masterplan Kutterhafen lägen die abschließenden Unterlagen vor. Am Kutterhafen eingebaut ist inzwischen eine neue Muster-Pflasterung und -beleuchtung. „Beide Muster sollen gemeinsam mit dem Kurverein, der Gemeinde und dem HZV begutachtet werden“, sagte Reinders.

Als kommunale Vertreter verabschiedete die Versammlung Matthias Piszczan, Claas Warenski (beide Spiekeroog) und Markus Hofmeister und Manfred Göken (beide Neuharlingersiel.) Weil der HZV keinen stellvertretenden Geschäftsführenden hat, erteilte die Versammlung ihrem Verbandsvorsitzenden Prof.-Dr. Berend-Otten Reinders Prokura.

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