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Fußballschule von Hannover 96 Nachwuchskicker verbessern Taktik in Neuharlingersiel

Klaus Händel

Neuharlingersiel - Vor dem Vereinshaus des FC Frisia Neuharlingersiel sind Tische aufgestellt. Darauf liegen Trikots, Trinkflaschen und mehr. Eltern und Kinder davor sind aufgeregt: Die Fußballschule von Hannover 96 ist wieder da, zum 14. Mal in Neuharlingersiel. Dann streicht Michael Wolff, langjähriger Teamleiter für das Trainingscamp in Neuharlingersiel, oder Ex-Fußballprofi Ulf Winskowsky die Namen auf einer Liste von 68 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren ab.

Neben Michael Wolff und Ulf Winskowsky freuen sich der Geschäftsführer des Kurvereins Andreas Eden und der stellvertretende Vorsitzende des FC Frisia, Johannes Ehnts. Die Fußballschule von Hannover 96 sei ein verlässlicher Partner des Kurvereins. „Wir sind glücklich über eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und dass wir Kindern und Jugendlichen in den Ferienwochen etwas Besonderes bieten können“, sagt Andreas Eden.

Werbung für den Verein

Auch für den FC Frisia ist es etwas Besonderes, die Hannoveraner da zu haben. „Das ist eine Werbung für den Fußball allgemein und natürlich für uns“, sagt der stellvertretende FC-Vorsitzende Johannes Ehnts. Der Verein stellt den Platz, den die Samtgemeinde rechtzeitig vor dem Trainingscamp gemäht und auf Vordermann gebracht hat. „Euer Maulwurf ist weg“, ruft Ulf Winskowsky an die Eltern und Kinder der jüngsten von insgesamt drei altersgerecht zusammengestellten Trainingsgruppen.

Top ausstaffiert in den Farben von Hannover 96 geht es für die Kinder auf den Platz. Kein langweiliges Warmlaufen. Stattdessen beginnt Michael Wolff gleich mit der Ballführung. Das umfangreiche Bewegungsprogramm beinhaltet technische Übungen wie Dribbeln, Slalom und Pass, Elfmeterschießen. Ebenso wichtig ist der Ansatz der Spielintelligenz. Es geht um die vier Phasen einer erfolgreichen fußballerischen Handlung, die sich in jeder Situation beim Fußball wiederfinden: wahrnehmen, verstehen, entscheiden und ausführen.

Theorie und Praxis

Was die Theorie aus dem Lehrbuch und die langjährige Erfahrung der Profis in der Praxis bedeutet, erleben Kinder in der Gruppe von Ulf Winskowsky auf einem abgesteckten Kleinfeld. Eltern schauen ihren Sprösslingen interessiert vom Spielfeldrand zu. Ulf – die Trainer möchten, dass sich beim Fußball alle duzen, weil das den Sport persönlicher macht – erklärt die Regeln eines Aufwärmspiels, das noch so gar nichts mit dem Fußball zu tun zu haben scheint: Zwei Mannschaften stehen einander gegenüber, auf der Torlinie. Der Trainer kickt den Ball in die Mitte des Spielfeldes. „Wenn ich rufe ,Hepp!!!‘, dann dürft ihr losrennen, den Ball mit den Händen greifen, bis vor das Tor des Gegners tragen und dort so hochwerfen, dass ein Mitspieler ihn einköpfen kann.“ So weit die Theorie.

Zuhören ist wichtig

Was einfach klingt, hat es in sich. Das müssen auch die Eltern am Spielfeldrand feststellen, denn auch sie haben zum Teil nicht genau hingehört: „Wenn ich rufe ,Hepp!!!‘, dann dürft ihr losrennen“, hatte Ulf erklärt. Doch er hat „Hopp!!!“ gerufen. Ulf erklärt erneut. In den Gesichtern der jüngsten Nachwuchskicker, aber auch zahlreicher Mütter und Väter, ist ein „Aha!“ deutlich abzulesen.

Und schon rollt der Ball wieder, die Kinder sind in ihrem Element. „Irgendwie sieht das Ganze mehr nach Rugby aus“, bemerkt ein Spieler. Doch nach ersten Angriffen und Abwehrreaktionen merkt auch er, dass er nicht allein auf dem Platz steht. Ballabgaben, exaktes Zuspiel, Taktik und Teamgeist sind gefordert. Für die Kinder ergibt sich das scheinbar von ganz allein, und das schon in einer Aufwärmphase.

Ein Elternteil kommentiert anerkennend von der Bank: „Die wissen schon, wie sie mit den Kindern umgehen müssen.“ Das Kompliment für die Fußballschule von Hannover 96 trifft es auf den Punkt. Am Mittwoch geht es zum Training auf den Strand. Dort geht es wieder um wahrnehmen, verstehen, entscheiden und ausführen – eben nur unter anderen Bedingungen.

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