Ostbense - Der Eigentümer und Betreiber des Hotels „Nordstern“ in Ostbense (Gemeinde Neuharlingersiel) möchte erweitern. Weil Teilflächen des Plangebiets im Landschaftsschutzgebiet liegen, ist ein Bebauungsplan erforderlich. Die Kommune möchte mit dem Bauleitverfahren die baulichen Erweiterungsmöglichkeiten schaffen; daher beschäftigte sich der Bauausschuss mit dem Thema.
Wie Bürgermeister Jürgen Peters erklärte, habe es seitens des Vorhabenträgers bereits mehrere Ideen gegeben. Zunächst sei eine Erweiterung des Gästehauses östlich des vorhandenen Gebäudekomplexes geplant gewesen. Der Landkreis Wittmund lehnte wegen naturschutzrechtlicher Bedenken jedoch ab; ein Anbau sei dort nicht beziehungsweise nur eingeschränkt möglich.
Gegen die vom Kreis angeregte Alternativlösung, nördlich der Landesstraße 5 (Störtebeker Straße) zu bauen, stieß wiederum bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) auf Ablehnung. Die Behörde habe eine Zunahme des Querungsverkehrs durch Fußgänger befürchtet, hieß es in der Sitzung. Gefordert worden seien Straßenbaumaßnahmen, die sich nicht realisieren ließen, berichtet der Bürgermeister.
Ein dritter Vorschlag
Jetzt gibt es einen weiteren, den dritten Vorschlag. Darin eingebunden sind das Architektur- und Ingenieurbüro Eschen sowie das Planungsbüro NWP, dessen Mitarbeiterin Rita Abel das Vorhaben präzisierte. Der Erweiterungsbau soll nun auf dem vorhandenen Betriebsgrundstück südlich der L 5 und östlich der K 7 entstehen. Ein Hotelneubau soll an der westlichen Grundstücksseite mit verkleinertem Wellnessbereich und ein kleiner Neubau mit Wohnraum für den Eigentümer und Personal auf der östlichen Grundstücksseite entstehen. Dieser Neubau entstünde außerhalb des Landschaftsschutzgebietes.
Dafür würden zwei große Blockhäuser im westlichen Grundstücksbereich zurückgebaut und eine vorhandene Kläranlage von der West- auf die Ostseite des Grundstücks verlegt, führte Abel weiter aus. Die Kläranlage würde dann im Landschaftsschutzgebiet liegen, wäre optisch aber kaum wahrnehmbar. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr habe gegen die Weiterführung dieser Planung keine Bedenken, sagte sie. Für den geplanten Hoteltrakt in süd-westlicher Richtung ist eine zweigeschossige Bauweise vorgesehen. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 8,70 Meter, was in etwa der Höhe eines Einfamilienhauses entspreche, sagte Rita Abel. Entlang der Kreisstraße 7 entstünden weitere Parkplätze.
Vogelschutzgebiet
Für den Landkreis Wittmund ist erkennbar, dass mit der neuen Planung Rücksicht auf das Vogelschutzgebiet genommen wurde. Zudem befinden sich alle Teilbauvorhaben auf dem Grundstück. Die Abstände zum vorhandenen sensiblen Gewässer betragen mindestens 25 Meter. Aus diesen und weiteren Gründen habe die Untere Naturschutzbehörde keine Bedenken.
Daher empfahl der Neuharlingersieler Bauausschuss dem Gemeinderat, die erneute Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Erweiterung Hotel Nordstern“ zu beschließen. Und die Gemeinde solle bei der Samtgemeinde Esens die Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren beantragen.
Das Planungsbüro NWP soll die Unterlagen zur Auslegung erarbeiten. Ergänzend spricht sich der Bauausschuss für eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange aus.
