Fulkum - Mit einem wirklich ungewöhnlichen Kraftakt haben in Fulkum Vereine, Bürger und Gemeinde ihre Vision von einem neuen Sport- und Begegnungszentrum auf den Weg zur Realisierung gebracht.
Am 28. Dezember, noch klar vor Ablauf der an sich schon sportlich bemessenen Antragsfrist, hat Bürgermeister Gerhard Frerichs die Baupläne samt Kostenrechnung beim Amt für regionale Entwicklungsplanung in Aurich eingereicht.
Zwei Wochen Planung
Innerhalb von gerade einmal zwei Wochen waren die Unterlagen für einen Totalabriss und Neubau erstellt worden, nachdem zunächst Zuschüsse für eine Kombination aus Teilabriss und Anbau beantragt worden waren. In einer Informationsveranstaltung im November hatte sich dann aber eine deutliche Mehrheit für die große Lösung – also Abriss und Neubau – ausgesprochen.
Um auch hierfür Zuschüsse zu erhalten, mussten innerhalb weniger Wochen neue Pläne und eine detaillierte Kostenplanung vorgelegt werden. Diese Aufgabe übernahm ein großes Holtgaster Bauunternehmen in enger Zusammenarbeit mit bewährten regionalen Partnern. Mit einer Geschwindigkeit, die man nun durchaus als „Holtgast-Tempo“ bestaunen könnte, wurden die von der Genehmigungsbehörde geforderten Unterlagen erstellt.
Kosten werden geteilt
Herausgekommen sind „wirklich schon handfeste Zahlen“, findet Gerhard Frerichs. Das betrifft nicht nur den Baukörper, der 41 Meter lang und 16 Meter breit werden soll, sondern auch die Kosten: 1 529 150 Euro sollen investiert werden.
Und es gibt bereits ein Signal, das für die Machbarkeit des Ganzen steht. Demnach kann die Gemeinde Holtgast als Bauherrin mit Fördersummen von zweimal 500 000 Euro rechnen: Neben der Landesförderung gibt es in gleicher Höhe einen Kostenzuschuss aus EU-Mitteln.
Mit einer Summe von 200 000 Euro wird die Samtgemeinde Esens dabei sein und den Rest wollen sich die Gemeinde (Holtgast) und der SV Fulkum teilen.
Lohnende Investition
Ob und in welcher Größenordnung die Gemeinde Kredite für den Neubau des Dorfmittelpunkts aufnehmen muss, „das müssen wir bei der Aufstellung des neuen Haushalts erst noch sehen“, erklärt Bürgermeister Frerichs – der aber überzeugt ist, dass sich der Neubau „bereits sehr schnell rechnen wird“. Zum einen ist der bestehende Altbau extrem schlecht gedämmt und wird mit einer vollkommen veralteten und störungsanfälligen Anlage beheizt.
Den Neubau dagegen wärmen Fußbodenheizung, Solaranlage und Erdwärmepumpe, später vielleicht auch noch eine zuschaltbare Nahwärme-Anbindung. Dass der Neubau im Vergleich zum derzeitigen Zustand auch eine intakte und zeitgemäße Elektroinstallation haben wird, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – unterstreicht aber den Anspruch, künftig bei Energiekosten und Reparaturausgaben viel Geld sparen zu können.
Das ist geplant
Rechnen werde sich das neue Sport-, Vereins- und Veranstaltungszentrum aber auch schon durch die neue Aufenthaltsqualität und durch die nachhaltige Verbesserung der sanitären Anlagen.
Endlich hätten die Fußballer und andere Sportler genügend Duschen und genug warmes Wasser zur Verfügung, werde es hinreichend große Kabinen und auch Räume für Schiedsrichter und Sanitäter geben. Eine Angebotsverbesserung, die gerade für Fulkum absolut Sinn mache, wie der Bürgermeister erklärt.
1600 Vereinsmitglieder
Seine hohe Attraktivität verdanke der Ort besonders der intakten Vereinslandschaft. Allein die vier Boßelvereine ergänzten sich durch kleine aber bezeichnende Unterschiede, stünden daher für Vielfalt und Tradition.
Ein Beispiel, das Gerhard Frerichs immer wieder gern erläutert. Als eine Begründung der Tatsache, dass in Fulkum mit seinen gerade mal rund 300 Einwohnern Vereine mit insgesamt rund 1600 Mitgliedern aktiv sind. Dass das erstaunliche Zahlenverhältnis zumindest erhalten bleibt, dafür steht die Zukunftsinvestition des neuen Zentrums, mit dessen Feinplanung nun bald begonnen werden kann.
