Langeoog - Die Gräben in der Langeooger Politik werden immer größer. Nachdem Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) am Dienstag seinen Parteikollegen Till-Martin Peters und Daniela Peters (CDU) vorgeworfen hatte, ihm „eiskalt das Messer in den Rücken gestoßen“ zu haben, reagieren nun die beiden Peters in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Es ist richtig, dass wir die Ratskollegen Gerda Spies und Jan Martin Janssen nicht über unseren geplanten Gruppen- und Fraktionsaustritt informiert haben.“
Stattdessen hatten Peters und Peters ihren Austritt öffentlich in der letzten Betriebsratssitzung bekannt gegeben. Auf Janssens Vorwurf „Den Arsch hätte man in der Hose haben müssen“ hätten sie bewusst nicht reagiert, „da in einem Ratssaal sachorientierte Ratsarbeit“ gehöre und keine persönlichen Befindlichkeiten.
Immer unwohler gefühlt
Nun wird die öffentliche Bühne genutzt, um aus ihrer Sicht Dinge geradezurücken. Seit der Wahl im September 2021 und dem Zusammenschluss in der Gruppe „haben wir uns immer unwohler gefühlt“. Dies habe unter anderem daran gelegen, dass weder Gruppensitzungen noch Gruppengespräche stattgefunden hätten. „Mehrmals haben wir unabhängig voneinander den Gruppensprecher darum gebeten.“ Dies war Jan Martin Janssen, der das Verhalten von Peters und Peters als „befremdlich“ bezeichnet. „Nie ist der Wunsch an mich herangetragen worden, eine Gruppensitzung abzuhalten – Daniela hätte doch als Stellvertreterin mit mir sprechen können.“ Es stimme jedoch, dass er keine eigenständig einberufen habe. „Das habe ich nicht für nötig gehalten, da wir uns alle als Rat darauf verständigt hatten, miteinander zu sprechen; und das haben wir auch getan.“ Alle zehn Inselratsmitglieder hätten sich bei Bedarf vor Sitzungen getroffen – auf diese gute Art der Zusammenarbeit über Partei- und Gruppenzugehörigkeit hinaus hätte man sich nach der Wahl geeinigt. Ratsfrau Gerda Spies bestätigt dies.
Unter Druck gewechselt?
Ein weiterer Punkt, den die Mitglieder der neuen LPR-Gruppe (Langeoogers-Peters-Recktenwald) ansprechen, ist ein Gerücht. Anscheinend geht in der Inselgemeinde herum, dass Peters und Peters zu dem Austritt gedrängt worden sind. Das stimme nicht. „Der Prozess der Neuorientierung lief über mehrere Monate.“ Auf die Nachfrage, wer die beiden unter Druck gesetzt haben soll und wer diese Gerüchte verbreite, schrieb Daniela Peters: „Ein Ratsmitglied (m-w-d) äußerte, dass wir den Gruppen-Austritt nicht selbst zu verantworten haben. Es war unser freier Wille!“ Peters machte keine Auskunft darüber, von wem die beiden laut Gerücht dahingehend unter Druck gesetzt worden sind.
Unterstützung gestrichen?
Der Streit im Rat soll laut der Pressemitteilung nun auch Auswirkungen auf die Förderung der Freiwilligen Feuerwehr haben. Dort sind beide Peters Mitglieder. Somit habe der Austritt dazu geführt, dass ein Ratsmitglied die private Förderung eingestellt habe. Ratsfrau Gerda Spies fühlte sich dahingehend angesprochen und kontaktierte die Redaktion: „Ich denke, dass es dabei um mich geht.“ Seit Jahrzehnten unterstütze sie die Freiwillige Feuerwehr, die sie als „wesentlichen Bestandteil der Gemeinde“ bezeichnet, und werde dies auch weiterhin tun. Sie betont, dass private Spenden nichts mit Politik zu tun haben.
Spies teilte der Redaktion ebenfalls mit, dass sie von den Aussagen überrascht ist, dass Daniela Peters Gruppensitzungen vermisst habe. Denn: „Als CDU-Vorsitzende hat sie seit ihrer Wahl nicht eine Mitgliederversammlung einberufen.“ Sigurd Uecker, CDU-Mitglied und ehemaliger Ratsvorsitzender, stimmt zu. Er ergänzt, dass Peters in ihrer Tätigkeit zudem zu keiner Vorstandssitzung eingeladen habe.
