Holtriem - Nach Abschluss der Verwaltungs- und Gebietsreform auf Gemeindeebene konnte in Niedersachsen registriert werden, dass die Zahl der selbständigen Gemeinden in Niedersachsen von knapp 4000 (1972) auf etwas mehr als 1000 (1974) zurückgegangen war. Holtriem hatte sich als eine der wenigen Regionen für die Rechtsform einer Samtgemeinde entschieden.

Der Landkreis Wittmund gehörte damals zu den strukturschwächsten Regionen der ostfriesischen Halbinsel und Holtriem war darin möglicherweise besonders benachteiligt. So überraschte es nicht, als in dem Raumordnungsprogramm für den Regierungsbezirk Aurich aus dem Jahre 1976 als einzige Hauptverkehrsstraße die Linie Aurich-Dornum genannt, Westerholt unter den Standorten zentraler Einrichtungen nur als Nebenzentrum skizziert wurde. Dem Dorf wurden die Aufgaben Wohnen (für den Zuzug von außen) und Gewerbliche Wirtschaft (zur Schaffung von Arbeitsplätzen) zugewiesen.

Die Einwohnerzahlen stiegen von 1970 bis 2000 in Westerholt von circa 1800 auf 2400, in Blomberg von 1300 auf 1400, verharrten in Ochtersum bei 1000 und pendelten in Eversmeer um 800. Der gesamte Holtriemer Raum wurde für die weitere Entwicklung dem nahen Mittelzentrum Aurich zugeordnet.

In der Sozialstruktur des Holtriemer Raumes ist es sicherlich bemerkenswert, dass es 1970 neben den 800 bis 900 Kindern, die die Volksschulen besuchten, nur etwa 120 bis 130 Realschüler und etwas mehr als 20 Besucher eines Gymnasiums gab. Leiter der Volksschule in Blomberg war Alfred Schill, in Neuschoo Kurt Stalling, in Ochtersum Wilke Badberg, in Utarp Joachim Aßmann, in Westerholt Ruprecht Schwarz und in Willmsfeld Heinrich Ennen. Besonders im Schulwesen ist seit der Gemeindegebietsreform viel geleistet worden, unter anderem durch den Schulzweckverband Dornum-Holtriem mit Orientierungsstufe und Hauptschule in Westerholt und Realschule in Dornum. Ein großes Schulzentrum mit Sportstätten wurde binnen weniger Jahre aus dem Boden gestampft.