Wiesmoor - Seit rund 23 Jahren öffnet Hedwig Weerts (74) aus Wiesmoor ihren Hausgarten für garteninteressierte Besucher. Der erste Sonntagnachmittag, an dem die Hobbygärtnerin infolge eines Zeitungsberichts ihr grünes Paradies der Öffentlichkeit zur Schau bot, sollte eigentlich der einzige sein. Als dann rund 50 interessierte Gartenfreunde kamen, um ihr Paradies mit eigenen Augen zu sehen, staunte sie nicht schlecht.
Seither öffnet die Pflanzenliebhaberin ihren Garten mit dem Namen „Moorjuwel“ zwei Sonntage im Monat während der Sommermonate und empfängt dort oft mehr als hundert Besucher von fern und nah. „Die Leute kommen aus den Niederlanden, manchmal auch bis aus Westfalen“, erzählt Hedwig Weerts. Sie erinnert sich, dass eines Tages sogar eine Busladung voll mit Besuchern aus Finnland mitsamt Dolmetscher angereist sei.
Fertig ist der Garten nie
Die Pflege ihrer grünen Oase bringe Hedwig Weerts und ihren Mann Wilhelm täglich in den Garten. Sie habe schließlich über 400 Kübelpflanzen, die täglich gegossen werden müssen, erklärt die Gartenliebhaberin. Außerdem müssen alte Blüten entfernt werden, damit neue wachsen können oder es müssen Neupflanzen angelegt werden. „So ist immer was zu tun“, sagt die 74-Jährige.
Auch für die Zukunft des Gartens seien noch einige Projekte vorgesehen. In den kommenden Jahren wolle Hedwig Weerts den hinteren Bereich des Gartens mit dem Wasserbecken und dem Bächlein neu gestalten. Dieser sei schon 30 Jahre alt und es müsse etwas Neues her. Auch ein Hochbeet sei geplant. „Arbeit gibt es hier also immer“, sagt Weerts und lacht.
Ganzen Tag draußen
Doch selbst nach der harten Arbeit hat die Hobbygärtnerin von ihrem Paradies noch nicht genug. „Wir sind eigentlich den ganzen Tag draußen“, erzählt sie, ob zum Nachmittagstee oder zum Abendessen oder auch einfach mal so. „Es ist ja schon Genuss genug, einfach durch den Garten zu laufen“, so Weerts.
In all den Jahren hat die Pflanzenliebhaberin schon oft ihre Expertise unter Beweis stellen können. Zwar handele es sich beim „Moorjuwel“ eigentlich um einen ganz normalen Hausgarten. Doch mit dem besonderen Aufbau der Anlage mit verschiedenen „Räumen“ hat Hedwig Weerts etwas Einzigartiges geschaffen. Ab und an komme es sogar vor, dass Menschen bei ihr anriefen und sie als Expertin bei Fragen zum Thema Gartenbepflanzung zu Rate ziehen, erzählt Weerts.
Blumenvielfalt
Am Sonntag, 17. September, ist der Schaugarten in der Kanalstraße II von 10 bis 18 Uhr zum vorletzten Mal in diesem Jahr für Besucher geöffnet. Die Gäste dürfen sich auf eine Menge von bunten Herbstblühern freuen und haben so die Gelegenheit, „die Farben und Düfte des Herbstes einzufangen“, so Weerts. Bei einer Tasse Ostfriesentee und einem Stück Torte auf den vielen verschiedenen Sitzmöglichkeiten dürfen die Besucher den Schaugarten einfach genießen. Der letzte Öffnungstag vor der Winterpause ist Sonntag, 8. Oktober.
„Viele Wege führen nach Rom“, sagt Hedwig Weerts. Kleine Wege wie dieser führen Gäste durch den verwinkelten Garten.
Janna Kiesé
Das Lebensmotto von Hedwig und Wilhelm Weerts, die die meiste Zeit im Garten verbringen.
Janna Kiesé
Die Rosen blühen dieses Jahr unaufhörlich.
Janna Kiesé
Die Umtopf-Station hinter dem Tuunhuus gilt regelrecht als „Büro“ von Hedwig Weerts.
Janna Kiesé
Hedwig Weerts auf einer der vielen Sitzgelegenheiten
Janna Kiesé
Die Dahlien sind nur eine von vielen bunten Herbsblühern, auf die sich die Besucher am Sonntag freuen können.
Janna Kiesé
